Zehn Minuten, die den Abend retten
Setzen Sie sich hin, schreiben Sie alle Gäste auf einen Zettel und daneben die Rollen Ihres Falls. Bei unseren Boxen enthält das PDF immer alle zwölf Figuren, und der Leitfaden sagt Ihnen, welche Sie bei einer kleineren Runde weglassen. Dann gehen Sie die Gästeliste einmal durch und notieren hinter jeden Namen ein einziges Stichwort, das diese Person beschreibt: laut, ruhig, witzig, gründlich, ungeduldig, schüchtern. Mehr Analyse brauchen Sie nicht. Anschließend ordnen Sie die Rollen zu, beginnend mit den beiden schwierigsten: dem Täter und der Figur mit den meisten Auftritten. Der Rest ergibt sich fast von allein. Diese zehn Minuten sind die wertvollste Vorbereitung des ganzen Abends, wertvoller als Deko, Playlist und Menü zusammen. Machen Sie sie aber nicht zu früh: Warten Sie, bis alle Zusagen da sind, denn eine Verteilung, die Sie zweimal umbauen müssen, kostet mehr Zeit, als sie spart. Und schreiben Sie das Ergebnis auf, statt es sich zu merken, denn beim Verschicken der Charakterbögen ist eine Verwechslung schnell passiert und schwer zu reparieren. Heben Sie die Liste auch nach dem Abend auf. Beim nächsten Krimidinner mit derselben Runde wissen Sie damit sofort, wer welche Art von Rolle mag.
Die vier Typen, an denen Sie sich orientieren
In fast jeder Runde finden Sie vier Sorten von Gästen, und für jede gibt es eine passende Art von Rolle. Der Rampensau geben Sie eine Figur mit vielen Auftritten und einem großen Geheimnis, denn sie trägt die ersten dreißig Minuten, in denen die anderen noch warm werden. Dem Gründlichen, der gern kombiniert und mitschreibt, geben Sie die Rolle mit den meisten Verbindungen zu anderen Figuren, weil er sie tatsächlich ausschöpft. Dem Zurückhaltenden geben Sie eine Figur mit einem einzigen, sehr klaren Geheimnis und einem konkreten Auftrag für den Abend, etwa jemanden zu decken. Solche Rollen geben Halt, weil man immer weiß, was zu tun ist. Und dem Gast, der zum ersten Mal dabei ist und nervös wirkt, geben Sie eine Figur mit einem klaren Beruf: Anwalt, Ärztin, Hausverwalter. Ein Beruf ist ein Geländer, an dem man sich den ganzen Abend entlanghangeln kann. Diese vier Zuordnungen decken erfahrungsgemäß neunzig Prozent aller Gäste ab. Für den Rest gilt die einfachste Regel von allen: Geben Sie im Zweifel die Rolle, die Sie selbst gern spielen würden.
Wer den Täter spielen sollte
Der Täter braucht genau zwei Eigenschaften: Er muss dichthalten können und er muss Spaß daran haben, unter Beobachtung zu lügen. Alles andere ist zweitrangig. Gute Kandidaten sind Gäste, die schon einmal mitgespielt haben und wissen, wie viel Ruhe die Rolle verlangt, und Menschen, die von sich aus gern erzählen, denn sie liefern den anderen Material. Ein häufiger Irrtum ist, dem lautesten Gast den Täter zu geben. Das kann funktionieren, geht aber oft schief, weil die Runde diese Person ohnehin die ganze Zeit anschaut. Umgekehrt ist der ruhigste Gast als Täter auch riskant: Es gibt eine ungeschriebene Regel, nach der viele Spieler „immer die Stillste“ verdächtigen, und dann ist der Abend nach zwanzig Minuten entschieden. Der beste Täter ist deshalb meist jemand aus der Mitte: gesprächig genug, um aufzufallen, kontrolliert genug, um nichts zu verraten. Bei unseren Boxen liegt der Täter allerdings fest, Sie verteilen die Rolle nur. Ihre Aufgabe ist also nicht die Erfindung, sondern die Besetzung, und die entscheiden Sie nach Temperament. Achten Sie bei einer kleineren Runde nur darauf, dass Sie keine Figur weglassen, die der Leitfaden als unverzichtbar kennzeichnet.
Wer nie der Täter sein sollte
Es gibt vier Fälle, in denen Sie die Täterrolle bewusst anders vergeben. Erstens: die Person, die kocht. Wer dreimal im Abend in der Küche verschwindet, liefert ein unfreiwilliges Indiz und wird sofort verdächtigt, unabhängig vom Fall. Zweitens: der Gast, der zum ersten Mal dabei ist und offen sagt, dass er nervös ist. Die Täterrolle verlangt drei Stunden Selbstbeherrschung, und das ist für einen Einstieg zu viel Druck. Drittens: der Gast, der ein sehr schlechtes Pokerface hat und das selbst weiß. Das ist keine Schwäche, aber die Rolle ist dann verschenkt. Viertens: der Partner oder die Partnerin der Spielleitung, denn erfahrene Runden vermuten dort zuerst eine Absprache, und der Verdacht klebt den ganzen Abend. Fragen Sie im Zweifel vorher. Ein kurzes „Hättest du Lust auf eine Rolle mit viel Verantwortung?“ verrät nichts und erspart Ihnen einen unglücklich besetzten Abend. Und wenn jemand Sie ausdrücklich darum bittet, der Täter zu sein, ist das meistens ein gutes Zeichen: Wer sich das zutraut, hat verstanden, worum es geht, und hält in aller Regel auch dicht.
Opfer, Ermittlung und die stillen Rollen
Neben dem Täter gibt es drei Sonderfälle. Das Opfer ist bei den meisten Fällen bereits vor dem ersten Akt tot, also entweder eine reine Erzählfigur oder eine Rolle, die früh ausscheidet. Prüfen Sie im Leitfaden, wie Ihr Fall das löst, und vergeben Sie eine solche Rolle niemals an jemanden, der sich besonders auf den Abend gefreut hat. Eine Rolle mit wenig eigenem Geheimnis ist Ihre Reserve, denn sie eignet sich für spontan mitgebrachte Gäste und für Personen, die nicht schauspielern wollen. Bei unseren Boxen haben Sie diese Reserve fast immer: Spielen Sie mit weniger als zwölf Personen, liegen die Figuren, die der Leitfaden für kleinere Runden weglässt, noch unbesetzt im PDF. Und dann gibt es die Figuren mit wenigen Auftritten, die auf dem Papier klein wirken. Geben Sie sie nicht an stille Gäste, denn dann sagt diese Person den ganzen Abend nichts. Geben Sie sie im Gegenteil an jemanden, der von allein spricht, und Ihre Runde bleibt durchgehend in Bewegung. Prüfen Sie zum Schluss, ob jede Figur mindestens eine Verbindung zu einer anderen hat, die im Spiel auch wirklich zur Sprache kommt. Für Firmenrunden mit vielen Unbekannten am Tisch lohnt sich ein Blick auf Krimidinner als Teambuilding.
Wie Sie die Verteilung bekannt geben
Verschicken Sie die Rollen einzeln, ungefähr eine Woche vor dem Termin, per E-Mail oder Direktnachricht, niemals in einer Gruppe. Schreiben Sie in jede Nachricht denselben kurzen Text: wer die Figur ist, dass der Bogen den ganzen Abend vor der Person liegen darf, dass nichts auswendig gelernt werden muss und dass der Inhalt geheim bleibt. Ein Satz zur Kleidung dieser Figur gehört ebenfalls hinein, das erhöht die Kostümquote deutlich. Sagen Sie außerdem dazu, dass Rollen nicht getauscht werden, sonst beginnt eine Diskussion, die Sie nicht gewinnen können. Wenn jemand mit seiner Figur wirklich unglücklich ist, tauschen Sie still mit einer zweiten Person, statt es in der Gruppe zu besprechen. Und wenn Sie merken, dass keine Rolle Ihres Falls zu einem bestimmten Gast passt, ist das ein guter Zeitpunkt für einen Fall, der genau auf Ihre Runde geschrieben wird. Notieren Sie sich außerdem, wer die Nachricht gelesen hat. Ein Gast, der seinen Bogen erst am Abend zum ersten Mal sieht, braucht dreißig Minuten länger, um in die Runde zu finden. Wie ein eigener Fall entsteht, steht unter Krimidinner nach Maß.
Häufige Fragen
Wann verteile ich die Rollen beim Krimidinner?+
Sobald alle verbindlich zugesagt haben, etwa fünf Tage vor dem Termin. Früher lohnt sich nicht, weil sich die Runde noch ändern kann, später wird es knapp für Kostüm und das einmalige Lesen des Charakterbogens.
Darf ich mir meine Rolle selbst aussuchen?+
Als Gastgeber besser nicht, sonst kennen Sie den Fall zu gut. Für Ihre Gäste gilt: Eine Verteilung durch Sie funktioniert besser als freie Wahl, weil Sie wissen, wer wie viel Text verträgt und wer lieber zuhört.
Wer sollte nicht der Täter sein?+
Die Person, die kocht, ein sehr nervöser Neuling, jemand mit sehr offenem Gesicht und der Partner der Spielleitung. In allen vier Fällen wird der Verdacht aus Gründen gelenkt, die mit dem Fall nichts zu tun haben.
Was mache ich mit einem spontan mitgebrachten Gast?+
Solange Sie unter zwölf Personen bleiben, geben Sie ihm eine der Figuren, die Sie laut Leitfaden zunächst weggelassen hatten. Das PDF enthält immer alle zwölf, Sie müssen also nichts neu kaufen, sondern nur einen Bogen nachdrucken.


