Anleitungen2. Dezember 2026·8 Min. Lesezeit

Rollen verteilen: wer spielt wen?

Die Rollenverteilung ist die Aufgabe, die Gastgeber am häufigsten in zwei Minuten erledigen, und die den Abend am stärksten beeinflusst. Wer wen spielt, entscheidet darüber, ob die Runde nach zwanzig Minuten brennt oder erst nach zwei Stunden auftaut. Dabei brauchst du keine Menschenkenntnis eines Regisseurs, sondern eine halbe Stunde am Küchentisch und ein paar einfache Regeln. Diese Regeln stehen hier, inklusive der Frage, wer besser nie der Täter sein sollte.

Rollen verteilen: wer spielt wen?

Zehn Minuten, die den Abend retten

Setz dich hin, schreib alle Gäste auf einen Zettel und daneben alle Rollen deines Falls. Dann gehst du die Liste einmal durch und notierst hinter jeden Namen ein einziges Stichwort, das diese Person beschreibt: laut, ruhig, witzig, gründlich, ungeduldig, schüchtern. Mehr Analyse brauchst du nicht. Anschließend ordnest du die Rollen zu, beginnend mit den beiden schwierigsten: dem Täter und der Figur mit den meisten Auftritten. Der Rest ergibt sich fast von allein. Diese zehn Minuten sind die wertvollste Vorbereitung des ganzen Abends, wertvoller als Deko, Playlist und Menü zusammen. Mach sie aber nicht zu früh: Warte, bis alle Zusagen da sind, denn eine Verteilung, die du zweimal umbauen musst, kostet mehr Zeit als sie spart. Und schreib das Ergebnis auf, statt es dir zu merken, denn beim Verschicken der Charakterbögen ist eine Verwechslung schnell passiert und schwer zu reparieren. Heb die Liste außerdem auf, auch nach dem Abend. Beim nächsten Krimidinner mit derselben Runde weißt du damit sofort, wer welche Art von Rolle mag und wer schon einmal der Täter war.

Die vier Typen, an denen du dich orientierst

In fast jeder Runde findest du vier Sorten von Gästen, und für jede gibt es eine passende Art von Rolle. Der Rampensau gibst du eine Figur mit vielen Auftritten und einem großen Geheimnis, denn sie trägt die ersten dreißig Minuten, in denen die anderen noch warm werden. Dem Gründlichen, der gern kombiniert und mitschreibt, gibst du die Rolle mit den meisten Verbindungen zu anderen Figuren, weil er sie tatsächlich ausschöpft. Dem Zurückhaltenden gibst du eine Figur mit einem einzigen, sehr klaren Geheimnis und einem konkreten Auftrag für den Abend, etwa jemanden zu decken. Solche Rollen geben Halt, weil man immer weiß, was zu tun ist. Und dem Gast, der zum ersten Mal dabei ist und nervös wirkt, gibst du eine Figur mit einem klaren Beruf: Anwalt, Ärztin, Hausverwalter. Ein Beruf ist ein Geländer, an dem man sich den ganzen Abend entlanghangeln kann. Diese vier Zuordnungen decken erfahrungsgemäß neunzig Prozent aller Gäste ab. Für den Rest gilt die einfachste Regel von allen: Gib im Zweifel die Rolle, die du selbst gern spielen würdest.

Wer den Täter spielen sollte

Der Täter braucht genau zwei Eigenschaften: Er muss dichthalten können und er muss Spaß daran haben, unter Beobachtung zu lügen. Alles andere ist zweitrangig. Gute Kandidaten sind Gäste, die schon einmal mitgespielt haben und wissen, wie viel Ruhe die Rolle verlangt, und Menschen, die von sich aus gern erzählen, denn sie liefern den anderen Material. Ein häufiger Irrtum ist, dem lautesten Gast den Täter zu geben. Das kann funktionieren, geht aber oft schief, weil die Runde diese Person ohnehin die ganze Zeit anschaut. Umgekehrt ist der ruhigste Gast als Täter auch riskant: Es gibt eine ungeschriebene Regel, nach der viele Spieler „immer die Stillste“ verdächtigen, und dann ist der Abend nach zwanzig Minuten entschieden. Der beste Täter ist deshalb meist jemand aus der Mitte: gesprächig genug, um aufzufallen, kontrolliert genug, um nichts zu verraten. Bei unseren Fällen liegt der Täter allerdings fest, du verteilst die Rolle nur. Deine Aufgabe ist also nicht die Erfindung, sondern die Besetzung, und die entscheidest du nach Temperament.

Wer nie der Täter sein sollte

Es gibt vier Fälle, in denen du die Täterrolle bewusst anders vergibst. Erstens: die Person, die kocht. Wer dreimal im Abend in der Küche verschwindet, liefert ein unfreiwilliges Indiz und wird sofort verdächtigt, unabhängig vom Fall. Zweitens: der Gast, der zum ersten Mal dabei ist und offen sagt, dass er nervös ist. Die Täterrolle verlangt drei Stunden Selbstbeherrschung, und das ist für einen Einstieg zu viel Druck. Drittens: der Gast, der ein sehr schlechtes Pokerface hat und das selbst weiß. Das ist keine Schwäche, aber die Rolle ist dann verschenkt. Viertens: der Partner oder die Partnerin der Spielleitung, denn erfahrene Runden vermuten dort zuerst eine Absprache, und der Verdacht klebt den ganzen Abend. Frag im Zweifel vorher. Ein kurzes „Hättest du Lust auf eine Rolle mit viel Verantwortung?“ verrät nichts und erspart dir einen unglücklich besetzten Abend. Und wenn jemand dich ausdrücklich darum bittet, der Täter zu sein, ist das meistens ein gutes Zeichen: Wer sich das zutraut, hat verstanden, worum es geht, und hält in aller Regel auch dicht.

Opfer, Ermittlung und die stillen Rollen

Neben dem Täter gibt es drei Sonderfälle. Das Opfer ist bei den meisten Fällen bereits vor dem ersten Akt tot, also entweder eine reine Erzählfigur oder eine Rolle, die nach dreißig Minuten ausscheidet und danach als Ermittlung weiterspielt. Prüf im Ablaufplan, wie dein Fall das löst, und vergib diese Rolle niemals an jemanden, der sich besonders auf den Abend gefreut hat. Die Ermittlungsrolle ohne eigenes Geheimnis ist deine Reserve, denn sie eignet sich für spontan mitgebrachte Gäste, für Personen, die nicht schauspielern wollen, und für den Gastgeber, wenn er nebenbei servieren muss. Und dann gibt es die Figuren mit wenigen Auftritten, die auf dem Papier klein wirken. Gib sie nicht an stille Gäste, denn dann sagt diese Person den ganzen Abend nichts. Gib sie im Gegenteil an jemanden, der von allein spricht, und deine Runde bleibt durchgehend in Bewegung. Prüf zum Schluss, ob jede Figur mindestens eine Verbindung zu einer anderen hat, die im Spiel auch wirklich zur Sprache kommt. Für Firmenrunden mit vielen Unbekannten am Tisch lohnt sich ein Blick auf /krimidinner-teambuilding.

Wie du die Verteilung bekannt gibst

Verschick die Rollen einzeln, ungefähr eine Woche vor dem Termin, per E-Mail oder Direktnachricht, niemals in einer Gruppe. Schreib in jede Nachricht denselben kurzen Text: wer die Figur ist, dass der Bogen den ganzen Abend vor der Person liegen darf, dass nichts auswendig gelernt werden muss und dass der Inhalt geheim bleibt. Ein Satz zur Kleidung dieser Figur gehört ebenfalls hinein, das erhöht die Kostümquote deutlich. Sag außerdem dazu, dass Rollen nicht getauscht werden, sonst beginnt eine Diskussion, die du nicht gewinnen kannst. Wenn jemand mit seiner Figur wirklich unglücklich ist, tausch still mit einer zweiten Person, statt es in der Gruppe zu besprechen. Und wenn du merkst, dass keine Rolle deines Falls zu einem bestimmten Gast passt, ist das ein guter Zeitpunkt für einen Fall, der genau auf deine Runde geschrieben wird. Notier dir außerdem, wer die Nachricht gelesen hat. Ein Gast, der seinen Bogen erst am Abend zum ersten Mal sieht, braucht dreißig Minuten länger, um in die Runde zu finden. Wie das läuft, steht unter /krimidinner-nach-mass.

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Häufige Fragen

Wann verteile ich die Rollen beim Krimidinner?+
Sobald alle verbindlich zugesagt haben, etwa eine Woche vor dem Termin. Früher lohnt sich nicht, weil sich die Runde noch ändern kann, später wird es knapp für Kostüm und das einmalige Lesen des Charakterbogens.
Darf ich mir meine Rolle selbst aussuchen?+
Als Gastgeber besser nicht, sonst kennst du den Fall zu gut. Für deine Gäste gilt: Eine Verteilung durch dich funktioniert besser als freie Wahl, weil du weißt, wer wie viel Text verträgt und wer lieber zuhört.
Wer sollte nicht der Täter sein?+
Die Person, die kocht, ein sehr nervöser Neuling, jemand mit sehr offenem Gesicht und der Partner der Spielleitung. In allen vier Fällen wird der Verdacht aus Gründen gelenkt, die mit dem Fall nichts zu tun haben.
Was mache ich mit einem spontan mitgebrachten Gast?+
Gib ihm die Ermittlungsrolle ohne eigenes Geheimnis, die in fast jedem Fall enthalten ist. Diese Figur befragt, notiert und ordnet die Hinweise und ist dabei vollwertig im Spiel, ohne dass du etwas umbauen musst.

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