Was ein gebuchtes Krimidinner tatsächlich kostet
Kommerzielle Krimidinner werden meist als Dinner-Show in Hotels, Restaurants oder auf Schlössern angeboten. Profis spielen die Handlung vor, das Publikum rätselt mit, dazu gibt es ein mehrgängiges Menü. Die Preise liegen je nach Haus, Wochentag und Menü üblicherweise im Bereich von etwa achtzig bis hundertfünfzig Euro pro Person, bei Sonderterminen wie Silvester auch darüber. Getränke sind häufig nicht enthalten, Anfahrt und eventuelle Übernachtung kommen dazu. Für eine Gruppe von acht Personen landen Sie damit schnell zwischen sechshundert und tausendzweihundert Euro für einen Abend. Dafür bekommen Sie eine fertige Inszenierung, ein Menü, das Sie nicht kochen, und einen Raum, den Sie nicht aufräumen. Wichtig zu wissen: Bei diesem Format ist man überwiegend Zuschauer. Die Rollen liegen bei den Schauspielern, das Publikum stellt Fragen und tippt am Ende auf einen Täter. Wer eine eigene Rolle spielen möchte, findet das in dieser Preisklasse selten. Wer mit mehr als acht Personen plant, sollte außerdem früh buchen, denn beliebte Häuser sind an Samstagen oft Monate im Voraus ausgebucht, und Restplätze fallen regelmäßig in die höhere Preisgruppe.
Was die gebuchte Variante dafür wirklich bietet
Es wäre unfair, das gebuchte Format allein über den Preis abzuwerten, denn es leistet Dinge, die zu Hause nicht möglich sind. Ausgebildete Schauspieler halten eine Szene auch dann, wenn ein Gast querschießt, und sie improvisieren auf einem Niveau, das Laien schlicht nicht erreichen. Die Location trägt einen erheblichen Teil der Stimmung, ein Gewölbekeller oder ein Herrenhaus wirkt anders als ein Esszimmer. Das Menü kommt aus einer Profiküche und ist auf den Ablauf abgestimmt, die Gänge erscheinen genau dann, wenn die Handlung es verlangt. Und der vielleicht größte Vorteil: Der Gastgeber ist an diesem Abend selbst Gast. Wer einen runden Geburtstag feiert und nicht nebenbei organisieren will, bekommt hier etwas, das ein selbst veranstalteter Abend nicht bieten kann. Wenn Budget vorhanden ist und niemand Lust auf Vorbereitung hat, ist die gebuchte Variante die richtige Wahl, das lässt sich nicht schönrechnen. Auch die Verantwortung liegt woanders. Wenn das Essen zu spät kommt oder die Technik streikt, ist das nicht Ihr Problem, und dieser Punkt ist für Menschen, die ungern improvisieren, mehr wert als jede Ersparnis.
Was ein selbst veranstalteter Abend kostet
Die Rechnung für zu Hause hat vier Posten. Erstens das Szenario: Unsere Krimidinner-Boxen kosten 29,90 Euro, einmalig für die gesamte Runde von sechs bis zwölf Spielern, nicht pro Person. Nach der Zahlung erhalten Sie sofort einen Zugangscode per E-Mail und laden das PDF herunter, es wird nichts verschickt. Zweitens der Druck: Charakterbögen, Hinweise und Beweisstücke umfassen je nach Box 50 bis 67 Seiten. Zu Hause kostet das in Schwarzweiß wenige Euro, im Copyshop rechnen Sie mit etwa zehn bis achtzehn Euro, wenn Sie die Charakterbögen in Farbe möchten. Drittens das Essen, für das Sie bei drei einfachen Gängen realistisch acht bis fünfzehn Euro pro Person kalkulieren. Viertens die Deko, und hier lautet die ehrliche Antwort: null Euro genügen. Kerzen, gedämpftes Licht und eine Playlist reichen völlig. Mehr zum Druckformat finden Sie unter Krimidinner zum Ausdrucken. Dazu kommen Kleinigkeiten, die meist ohnehin im Haus sind: Briefumschläge zum Sortieren der Hinweise, Stifte und Blöcke für Notizen, ein paar Kerzen. Wer nichts davon besitzt, legt vielleicht fünf Euro drauf, mehr nicht.
Die versteckte Währung: Ihre Zeit
Hier wird der Selbermach-Weg ehrlich teuer, und diesen Posten unterschlagen die meisten Vergleiche. Rechnen Sie mit etwa dreißig Minuten für die Auswahl der Box, einer Stunde für Druck, Sortieren und Beschriften der Umschläge, dreißig Minuten für die Rollenverteilung und den Versand der Charakterbögen, einer Stunde für Einkauf und zwei bis drei Stunden für Kochen und Tischvorbereitung am Tag selbst. Dazu kommt das Aufräumen am nächsten Morgen. In Summe sind das fünf bis sieben Stunden, verteilt über zwei Wochen. Wer diese Zeit ohnehin gerne investiert, weil Vorbereitung für ihn zum Fest gehört, spart dadurch mehrere hundert Euro. Wer sie nicht hat, sollte nicht so tun, als wäre sie kostenlos. Ein praktischer Mittelweg: Geben Sie die Küche ab. Ein kaltes Buffet, bestelltes Essen oder ein gemeinsames Mitbringen der Gänge kürzt den größten Zeitblock heraus, ohne dass das Spiel darunter leidet. Ein Rat aus der Praxis: Schreiben Sie sich die Aufgaben auf und geben Sie mindestens zwei davon ab. Den Druck kann eine andere Person übernehmen, den Nachtisch auch, und die Rollenverteilung macht sogar jemand gern, der die Gruppe gut kennt.
Rechenbeispiel für acht Personen
Variante A, gebucht: acht Karten zu je hundert Euro ergeben achthundert Euro, dazu Getränke mit etwa hundertsechzig Euro und Anfahrt mit rund vierzig Euro. Macht ungefähr tausend Euro für den Abend, also etwa hundertfünfundzwanzig Euro pro Person. Vorbereitungszeit: eine halbe Stunde für die Buchung. Variante B, selbst veranstaltet: Krimidinner-Box für 29,90 Euro, Druck im Copyshop für rund zehn Euro, Essen für drei Gänge mit etwa neunzig Euro, Getränke mit sechzig Euro. Macht ungefähr hundertneunzig Euro, also knapp vierundzwanzig Euro pro Person. Vorbereitungszeit: fünf bis sieben Stunden. Der Unterschied liegt bei rund achthundert Euro, umgerechnet ungefähr hundertdreißig Euro pro investierter Stunde. Ob das ein gutes Geschäft ist, entscheidet jeder für sich. Wenn die Gäste sich die Kosten teilen, liegt Variante B nur wenige Euro pro Person über einem normalen gemeinsamen Abendessen, und dafür bekommt die Runde ein komplettes Abendprogramm. Zwischen den beiden Extremen liegen viele Zwischenformen. Wer das Essen bestellt statt kocht, landet bei etwa vierzig Euro pro Person und spart damit immer noch rund zwei Drittel gegenüber der gebuchten Variante.
Wann sich welcher Weg lohnt
Buchen Sie, wenn Sie selbst gefeiert werden, wenn die Gruppe sehr gemischt ist und keine Vorbereitung mitträgt, wenn der Anlass ein Firmenessen mit Repräsentationscharakter ist oder wenn Sie schlicht keine Zeit haben. Machen Sie es selbst, wenn Sie mehr als sechs Leute einladen wollen, ohne dass das Budget explodiert, wenn Ihre Gäste selbst eine Rolle spielen möchten statt zuzuschauen, wenn Sie den Termin frei wählen wollen statt aus einem Spielplan, oder wenn Sie das Ganze wiederholen möchten. Ein dritter Weg wird oft übersehen: das selbst veranstaltete Krimidinner mit maßgeschneidertem Fall. Dabei bleibt der Abend in Ihrer Hand, aber die Handlung ist auf Ihre Gruppe und deren Namen zugeschnitten, inklusive Anspielungen, die nur Ihre Runde versteht. Das kostet 249 Euro für bis zu zehn Spieler und 349 Euro für bis zu zwanzig, eine Mini-Website mit QR-Code ist inklusive, und geliefert wird 48 Stunden nach Ihrer Freigabe. Größere Gruppen und Firmen bekommen ein Angebot ab 790 Euro. Wie so ein Fall entsteht, erklären wir unter Krimidinner nach Maß. Und noch eine Beobachtung: Wer einmal selbst veranstaltet hat, macht es meist wieder, weil der zweite Abend nur noch die halbe Vorbereitung kostet.
Häufige Fragen
Warum ist ein gebuchtes Krimidinner so viel teurer?+
Weil Sie dort Menschen bezahlen: Schauspieler, Küche, Service und die Räumlichkeit. Beim Selbstveranstalten zahlen Sie nur das Szenario einmalig, den Rest bringen Sie selbst ein. Der Preisunterschied ist also kein Qualitätsunterschied, sondern ein Leistungsunterschied.
Können sich die Gäste die Kosten teilen?+
Das ist sogar üblich. Bei acht Personen liegen Box und Druck zusammen bei ungefähr fünf Euro pro Kopf, mit Essen und Getränken bei knapp vierundzwanzig Euro. Viele Gruppen legen einfach zusammen, wie bei einem gemeinsamen Abendessen auch.
Darf ich ein gekauftes PDF für mehrere Gruppen nutzen?+
Für den privaten Gebrauch ja: Sie dürfen denselben Fall später mit einer anderen privaten Runde spielen und dafür erneut ausdrucken. Nicht erlaubt sind die Weitergabe der Datei an Dritte, der Weiterverkauf und die gewerbliche Nutzung, etwa als kostenpflichtige Veranstaltung.
Lohnt sich der Copyshop oder drucke ich zu Hause?+
Bei einem Heimdrucker mit ausreichend Toner drucken Sie günstiger. Sobald Sie Farbe für die Charakterbögen möchten oder Ihr Drucker langsam ist, ist der Copyshop für etwa zehn bis achtzehn Euro der entspanntere Weg. Gedruckt wird einseitig auf A4 in Originalgröße.


