Warum das Setting wichtiger ist als der Fall
Jeder gute Krimifall funktioniert nach demselben Muster: ein Opfer, mehrere Motive, widersprüchliche Aussagen, eine Auflösung. Was sich von Szenario zu Szenario wirklich unterscheidet, ist die Welt drumherum, und die bestimmt das Verhalten am Tisch. In einem Spielsaal wird geprahlt und gepokert, in einem Zugabteil wird geflüstert, in einem alten Herrenhaus wird misstraut. Das Setting gibt Ihren Gästen außerdem die wichtigste Hilfe überhaupt: Es sagt ihnen, wie ihre Figur spricht und aussieht, ohne dass sie eine Zeile Theatertext lernen müssen. Praktisch wirkt es sich auf drei Dinge aus, die Sie sowieso planen müssen. Erstens den Dresscode, der machbar bleiben soll. Zweitens das Essen, das zum Ort passen darf, aber nicht muss. Drittens den Raum: Manche Settings brauchen einen Tisch, andere vertragen ein Haus mit mehreren Zimmern. Alle fünf Boxen kosten 29,90 €, sind für 6 bis 12 Spieler gedacht und dauern 2 bis 3 Stunden je nach Box, eine Übersicht finden Sie im Katalog der Krimidinner-Boxen. Und noch etwas hängt am Setting: das Tempo. Je enger der Ort, desto schneller läuft der Abend, weil niemand lange nach dem nächsten Gesprächspartner suchen muss.
Goldene Zwanziger: Mord im Casino Royal
Das glamouröseste Setting und der sicherste Einstieg für gemischte Runden. Mord im Casino Royal spielt im Paris des Jahres 1927, mitten in den Années folles: Art déco, Champagner, Spieltische, und ein Baron, der sein Glas hebt und eine Stunde später zusammenbricht. Der Dresscode ist der wohl einfachste von allen, weil dunkler Anzug, Cocktailkleid und ein Stirnband oder eine Fliege in fast jedem Haushalt aufzutreiben sind. Erzählerisch ist der Vorteil, dass alle Figuren einen legitimen Grund haben, einander zu misstrauen: Es geht um Geld, Schulden und Geheimnisse. Diese Motive versteht jeder sofort, und das macht die Verhöre schnell. Ideal ist das Setting für Runden zwischen acht und zwölf Personen, für Silvester, für runde Geburtstage und für Gruppen, die sich nur teilweise kennen. Als Deko genügen Kartenspiel, Spielchips und Kerzen. Ein Hinweis zur Musik: Nehmen Sie instrumentale Jazzstücke ohne Gesang. Sobald Text im Raum ist, reden die Gäste lauter, und in einem Spielsaal wird es ohnehin schnell laut.
Hollywood Noir: das Filmset der Fünfziger
Los Angeles im August 1953: Ein Filmstar liegt tot am Set, und plötzlich hat jede Figur ein Motiv. Hollywood Noir ist die beste Wahl für Runden, die gern übertreiben. Eitelkeit, Neid und Karriere sind Motive, die sich laut spielen lassen, und genau davon lebt der Film noir. Ein schöner Nebeneffekt: Weil alle Figuren beruflich mit Auftritten zu tun haben, wirkt es natürlich, wenn jemand seine Rolle groß anlegt. Für Fotos ist Hollywood Noir das dankbarste Setting überhaupt, ein Schwarzweißfilter über das Gruppenbild, und der Abend sieht aus wie ein Filmplakat. Beim Dresscode reichen dunkle Farben, rote Lippen, Hüte und alles, was nach Studio aussieht. Achten Sie nur darauf, dass in sehr zurückhaltenden Runden die großen Rollen an die Redefreudigen gehen, sonst bleibt das Niveau unter dem, was das Setting hergibt. Für die Deko genügen ein Stuhl, der als Regiestuhl durchgeht, eine Klappe aus Pappe und eine Schreibtischlampe, die Sie zum Scheinwerfer umfunktionieren.
Verbrechen an Bord: das Kammerspiel für kleine Räume
Ein Mord im Luxuszug ist das Setting mit der höchsten Dichte. In Verbrechen an Bord steckt der Zug im Dezember 1935 in den verschneiten Alpen fest, und niemand ist ausgestiegen. Alle sitzen dicht beieinander, und jedes Gespräch findet im Grunde vor Zeugen statt. Das macht es zur besten Wahl, wenn Sie nur einen Raum und einen Tisch zur Verfügung haben: Eine Wohnung ist hier kein Kompromiss, sondern genau die richtige Kulisse. Die klaustrophobische Logik hilft zusätzlich der Spielleitung, denn der Satz „Der Zug fährt erst weiter, wenn die Strecke frei ist“ beendet jede Diskussion darüber, ob jemand einfach gehen könnte. Für die Atmosphäre reichen ein langer, schmal gedeckter Tisch, warmes Licht, Koffer als Deko und im Hintergrund ein leises Zuggeräusch. Der Dresscode ist Reisen in den Dreißigern: Mantel, Hut, Handschuhe, gepflegte Eleganz. Wenn Sie mögen, schreiben Sie Abteilnummern auf kleine Kärtchen und legen sie als Platzkarten aus. Damit sitzt jede Figur in ihrem eigenen Abteil, und die Sitzordnung gehört zur Geschichte.
Herrenhaus und Radiostation: die geschlossenen Orte
Diese beiden Settings teilen dasselbe Grundprinzip, nämlich eine Gruppe, die nicht weg kann, und einen Ort mit Geschichte. Das verfluchte Herrenhaus ist der Klassiker für Herbst und Winter: das Anwesen Noirval im November 1887, ein Toter hinter einer verschlossenen Tür und drei Schlüssel für einen einzigen Schrank. Es passt am besten in Wohnungen mit mehreren Zimmern, weil das Herumgehen Teil der Stimmung ist. Mitternacht auf Sendung verlegt das Prinzip in einen Radiosender im Bayou von Louisiana, an Halloween 1987, wo ein toter Moderator weiter auf Sendung spricht. Mit zwei bis zweieinhalb Stunden ist es unsere kürzeste Box, empfohlen ab 16 Jahren. Beide funktionieren auch dann noch, wenn Ihre Gäste keine Lust auf Verkleidung haben, denn ihre Stärke liegt im Ort, nicht im Kostüm. Achten Sie bei diesen Settings darauf, dass jeder Raum, den die Gäste betreten dürfen, aufgeräumt und beleuchtet ist. Ein halb dunkles Zimmer voller Wäschekörbe zerstört die Stimmung schneller als jede fehlende Deko.
Ihr Setting in drei Fragen
Erstens: Wie sieht Ihr Raum aus? Ein Tisch und ein Zimmer sprechen für ein Kammerspiel wie den Zug, mehrere Zimmer für das Herrenhaus. Zweitens: Wie ist Ihre Gruppe? Redefreudige Runden nehmen Hollywood oder das Casino, ruhigere Runden ein Setting mit klarer Ermittlungslogik. Drittens: Was ziehen Ihre Gäste realistisch an? Der ehrlichste Test ist die Frage, ob Sie selbst das Kostüm innerhalb von zehn Minuten aus Ihrem Schrank zusammenbekommen. Wenn die Antwort nein lautet, nehmen Sie ein anderes Setting, statt die Gäste unter Druck zu setzen. Und wenn keines der fertigen Szenarien zu Ihrem Anlass passt, etwa weil der Abend in einer echten Firma, einem Verein oder einer Familiengeschichte spielen soll, lässt sich ein Fall komplett auf Ihre Runde schreiben, mit Ihren Namen und Ihren Orten. Das Krimidinner nach Maß kostet 249 € für bis zu 10 Spieler und 349 € für bis zu 20, eine kleine Website mit QR-Code ist inklusive. Wenn Sie sich zwischen zwei Settings nicht entscheiden können, fragen Sie Ihre Runde nach dem letzten Film, den alle mochten.
Häufige Fragen
Welches Setting eignet sich für Anfänger?+
Die Goldenen Zwanziger in „Mord im Casino Royal“. Der Dresscode ist einfach, die Motive rund um Geld und Geheimnisse versteht jeder sofort, und die Bilder im Kopf sind so vertraut, dass niemand lange erklärt bekommen muss, wie seine Figur auftritt.
Welches Szenario passt in eine kleine Wohnung?+
Ein Kammerspiel wie „Verbrechen an Bord“ im eingeschneiten Luxuszug. Dort ist es Teil der Geschichte, dass alle dicht beieinandersitzen und niemand den Ort verlassen kann. Ein Tisch und ein Raum reichen völlig aus.
Muss das Essen zum Setting passen?+
Es hilft, ist aber kein Muss. Französische Küche zum Casino Royal oder ein Gumbo zu „Mitternacht auf Sendung“ geben dem Menü einen roten Faden, ansonsten genügt ein Gericht, das warmgehalten werden kann. Wichtiger sind Licht, Musik und Namensschilder mit den Figurennamen.
Kann ich ein eigenes Setting bekommen?+
Ja. Ein Krimidinner nach Maß spielt in Ihrer Welt, mit Ihren Namen, Orten und Anspielungen: 249 € bis 10 Spieler, 349 € bis 20 Spieler, darüber oder für Unternehmen auf Anfrage ab 790 €. Geliefert wird 48 Stunden nach Ihrer Freigabe.



