Anlässe22. Juli 2026·7 Min. Lesezeit

Krimidinner zwischen den Jahren

Zwischen Weihnachten und Neujahr liegen ein paar Tage, für die niemand einen Plan hat. Die Geschenke sind ausgepackt, der Kühlschrank ist voll, alle sind da, und trotzdem sitzt die Familie ab dem 27. Dezember etwas ratlos im Wohnzimmer. Ein Krimidinner füllt genau diese Lücke, und zwar ohne Einkauf, ohne Vorlauf und ohne dass jemand das Haus verlassen muss. Hier liest du, wie das mit Resten, wechselnden Gästen und drei Generationen funktioniert.

Krimidinner zwischen den Jahren

Warum diese Tage so eigenartig sind

Die Zeit zwischen den Jahren hat keine Aufgabe. Weihnachten ist vorbei, Silvester noch nicht da, und dazwischen liegen Tage ohne Termine, ohne Struktur und mit deutlich zu vielen Menschen auf zu wenigen Quadratmetern. Die üblichen Lösungen halten selten lange: Ein Spaziergang dauert zwei Stunden, ein Film dreht sich an der Frage fest, welchen alle sehen wollen, und ein Brettspiel spaltet die Runde in die, die es kennen, und die, die es nicht mögen. Ein Krimidinner passt besonders gut in diese Lücke, weil es genau die Zutaten braucht, die gerade im Überfluss vorhanden sind: Zeit, Essen und Menschen, die ohnehin zusammensitzen. Es gibt dem Tag eine Form, ohne dass jemand organisieren muss, und es beschäftigt drei Generationen gleichzeitig. Und weil niemand arbeiten muss, darf der Abend auch länger dauern als sonst. Eine Übersicht der Fälle mit Angaben zu Spielerzahl und Dauer findest du unter /krimidinner. Und weil niemand am nächsten Morgen früh raus muss, kannst du den Fall auch am Nachmittag starten und den Abend danach offen ausklingen lassen.

Der Vorteil: alle sind schon da

Der größte organisatorische Aufwand eines Krimidinners entfällt zwischen den Jahren komplett, nämlich die Terminfindung. Niemand muss anreisen, niemand muss absagen, und wenn ihr um 16 Uhr beschließt, abends zu spielen, ist das machbar. Das verändert die Vorbereitung. Statt Charakterbögen eine Woche vorher zu verschicken, verteilst du sie zwei Stunden vor dem Start und gibst allen Zeit, sie in Ruhe zu lesen, jeder auf seinem Sofa. Das funktioniert gut, weil ohnehin niemand etwas anderes vorhat. Zweiter Vorteil: Du kannst Kostüme improvisieren. In fast jedem Haus liegt genug herum, um acht Figuren erkennbar zu machen, ein Hut, eine Brosche, ein Schal, Großvaters Weste. Mach daraus eine Viertelstunde Suche im Schrank, das ist bereits Teil des Spaßes. Dritter Vorteil: Es gibt keine Uhrzeit, zu der Schluss sein muss. Wenn die Diskussion nach der Auflösung noch zwei Stunden läuft, ist das genau richtig. Vierter Vorteil: Der Fall lässt sich am nächsten Tag in Ruhe nachbesprechen, weil dieselben Leute immer noch am selben Frühstückstisch sitzen.

Essen: Reste, Kekse und ein Menü ohne Einkauf

Am 27. Dezember will niemand mehr kochen, und das musst du auch nicht. Ein Krimidinner braucht kein Drei-Gänge-Menü, sondern nur etwas, das den Abend in drei Abschnitte teilt. Aus Weihnachtsresten wird das erstaunlich leicht. Der Rest vom Braten wird kalt aufgeschnitten zur Vorspeise, mit Brot, Senf und eingelegtem Gemüse. Die Reste vom Rotkohl und den Klößen landen in einer Pfanne und ergeben einen Hauptgang, der besser schmeckt als am ersten Feiertag. Zum Dessert reichen die Kekse, die seit dem 24. in der Dose liegen, mit etwas Quark oder Vanillesauce. Wichtig ist nur, dass jeder Gang eine neue Runde markiert, das gibt dem Abend eine natürliche Taktung. Stelle Wasser und Getränke direkt auf den Tisch, damit niemand ständig aufsteht. Und wenn gar nichts mehr da ist, ist eine Suppe aus Karkasse und Gemüse in vierzig Minuten fertig und passt perfekt zu einem Fall im Winter. Und wenn jemand aus der Familie ohnehin gern kocht, gib dieser Person eine Rolle mit wenig Auftritten, dann kann sie zwischendurch in der Küche verschwinden.

Fälle, die zu Kälte und Enge passen

Die Jahreszeit liefert dir die Atmosphäre kostenlos, also nutze sie. Am besten funktionieren Szenarien, in denen die Figuren aus einem äußeren Grund nicht weg können: ein verschneites Berghotel, ein Landhaus, dessen Zufahrt zugeweht ist, ein Zug, der im Schnee steckt, ein abgelegenes Anwesen ohne Telefon. Solche Fälle erzeugen genau das Gefühl, das draußen ohnehin herrscht, und sie erklären nebenbei, warum niemand einfach die Polizei ruft. Dazu passt die Einrichtung, die gerade da ist: Kerzen vom Weihnachtsabend, Tannenzweige, der Kamin, falls vorhanden. Schalte die Deckenlampe aus und arbeite nur mit Stehlampen und Kerzen, warmes niedriges Licht wirkt stärker als jede Dekoration. Eine leise Playlist im Hintergrund rundet das ab, aber nur so laut, dass Gespräche nicht übertönt werden. Wenn eure Runde sehr klein ist, etwa zu dritt oder zu viert, sind Detektiv-Fälle die bessere Wahl, mehr dazu unter /detektiv-faelle. Achte nur darauf, dass der Fall nicht zu düster für die Runde ausfällt, denn zwischen den Jahren sitzen oft drei Generationen gleichzeitig am selben Tisch.

Wenn die Familie schon leicht gereizt ist

Nach drei Tagen auf engem Raum liegen in vielen Familien die Nerven blank, und dann ist die Auswahl des Falls wichtiger als sonst. Zwei Regeln helfen. Erstens: Nimm ein Szenario, das weit weg spielt, zeitlich und räumlich. Ein Fall in den 1920er Jahren in einem fremden Hotel bietet allen einen sicheren Abstand, ein Fall über eine zerstrittene Familie am Weihnachtstisch dagegen kann zu nah kommen. Zweitens: Verteile die Rollen bewusst quer. Setze nicht die beiden Menschen als Gegenspieler ein, die sich gerade ohnehin auf die Nerven gehen, sondern koppele sie als Verbündete, die ein gemeinsames Geheimnis hüten. Das wirkt überraschend gut. Ein Krimidinner hat ohnehin einen entspannenden Nebeneffekt: Es gibt allen eine Aufgabe, und Menschen, die eine Aufgabe haben, streiten weniger über Nebensächlichkeiten. Wenn die Stimmung trotzdem kippt, mach eine Pause, serviere den nächsten Gang und starte danach neu. Das rettet fast jede Runde. Und kündige an, dass der Abend gegen Mitternacht endet, dann hat jeder einen Grund, sich ohne Diskussion zurückzuziehen, wenn es ihm zu viel wird.

Von der Idee bis zum Start in zwei Stunden

So läuft ein spontaner Abend praktisch ab. Gegen 15 Uhr fällt die Entscheidung. Du zählst durch, wer verbindlich mitspielt, und wählst danach die passende Gruppengröße, nicht zuerst das Thema. Unsere Boxen sind nach Tranchen gestaffelt und kosten je nach Spielerzahl zwischen 19,90 und 34,90 Euro. Nach dem Kauf bekommst du das PDF binnen Minuten per E-Mail als Sofort-Download, es wird nichts verschickt. Gegen 15.30 Uhr druckst du aus, das dauert etwa zwanzig Minuten, und sortierst die Seiten in beschriftete Umschläge nach Runden. Gegen 16 Uhr verteilst du die Charakterbögen, jeder liest in Ruhe. Zwischen 16 und 18 Uhr passiert nichts, außer dass sich alle Kostümteile im Haus suchen. Um 18.30 Uhr deckst du den Tisch, um 19 Uhr liest du den Einstiegstext vor. Gegen 22 Uhr fällt die Auflösung. Mehr Vorbereitung braucht es nicht, und genau deshalb passt das Format in diese Tage. Plane nur eine halbe Stunde mehr ein, falls dein Drucker an diesem Tag beschließt, keine Tinte mehr zu haben, das passiert erfahrungsgemäß genau zwischen den Jahren.

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Häufige Fragen

Ist das nicht zu viel Programm nach Weihnachten?+
Eher das Gegenteil. Ein Krimidinner ersetzt die Ratlosigkeit dieser Tage durch eine Form, in der alle beschäftigt sind, ohne dass jemand animieren muss. Und es braucht weder Einkauf noch Anreise, weil ohnehin alle da sind.
Was, wenn die Gruppe von Tag zu Tag wechselt?+
Spiel an dem Tag, an dem die meisten da sind, und zähl vorher verbindlich durch. Fällt kurzfristig jemand aus, verteilt die Spielleitung dessen Informationen auf zwei andere Figuren oder erklärt die Person zum abwesenden Zeugen.
Können Großeltern und Kinder zusammen spielen?+
Ja. Drucke die Charakterbögen für ältere Gäste in größerer Schrift aus und gib Kindern ab etwa zehn Jahren eine einfache Rolle mit klarem Auftrag. Für jüngere Kinder eignen sich Detektiv-Fälle besser, sie kosten 24,90 Euro.
Wie schnell habe ich den Fall zu Hause?+
Binnen Minuten. Du bekommst das PDF per E-Mail im Sofort-Download und druckst es selbst aus, auch am 27. Dezember. Es wird nichts per Post verschickt, du brauchst also nur einen Drucker und etwa zwanzig Minuten.

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