Der grundlegende Unterschied in einem Satz
Beim Krimidinner spielen alle gegeneinander, beim Detektiv-Fall miteinander. Das klingt nach einer Feinheit, verändert aber alles. Beim Krimidinner bekommt jeder eine Rolle mit einem Geheimnis, das er möglichst lange für sich behält, und einer davon ist der Täter. Es gibt also Interessen am Tisch, die sich widersprechen, und der Reiz besteht darin, Lügen zu erkennen. Beim Detektiv-Fall gibt es keine Rollen und keine Lügen unter den Spielenden. Stattdessen bekommt die Gruppe eine Ermittlungsakte mit Zeugenaussagen, Fotos, Berichten und Indizien und arbeitet sie gemeinsam durch, bis feststeht, wer es war. Der Gegner ist der Fall, nicht der Nachbar. Daraus folgt fast alles andere: Gruppengröße, Dauer, die nötige Bereitschaft, sich zu exponieren, und sogar die Sitzordnung. Ein Krimidinner braucht Blickkontakt über den Tisch, ein Detektiv-Fall braucht Platz für ausgebreitete Dokumente. Daraus folgt eine ganz praktische Konsequenz für die Einladung: Beim Detektiv-Fall genügt die Frage, ob jemand Lust auf einen Rätselabend hat. Beim Krimidinner müssen Sie vorher sagen, dass jeder eine Rolle bekommt, sonst springt am Abend überrascht jemand ab.
So läuft ein Detektiv-Fall ab
Sie drucken die Akte aus und legen sie bereit. Am Abend selbst lesen Sie gemeinsam die Ausgangslage und arbeiten sich dann durch die Beweisstücke: Vernehmungsprotokolle, Berichte, Listen, Fotos, Notizen. Niemand leitet das Spiel, alle sitzen auf derselben Seite. Die Lösung steht nicht in der Akte. Wer nicht weiterkommt, öffnet im Portal eine von vier Hilfestufen, und erst ganz am Ende die vollständige Lösung. Je nach Fall dauert das eineinhalb bis vier Stunden, und Sie brauchen kein Menü, keine Rollen und keine Kostüme. Gespielt wird allein oder mit bis zu sieben Ermittlern, auch am Küchentisch an einem Dienstagabend. Unsere sechs Detektiv-Fälle kosten je 24,90 Euro. Nach der Zahlung erhalten Sie sofort einen Zugangscode per E-Mail und laden die Akte herunter, verschickt wird nichts. Ein zugänglicher Einstieg ist Der Jahrhundertcoup, bei dem im Louvre ein Werk in drei Minuten und ohne Alarm gegen eine Kopie getauscht wurde. Eine Übersicht finden Sie unter Detektiv-Fälle. Praktisch ist außerdem, dass ein Detektiv-Fall keine feste Uhrzeit braucht: Angefangen wird, wann es passt. Denken Sie nur daran, dass der Zugang zum Portal ab dem ersten Einlösen eine Woche gilt.
So läuft ein Krimidinner ab
Eine Woche vorher bekommt jeder Gast seinen Charakterbogen per E-Mail, mit Namen, Beziehungen, Geheimnis und Zielen für den Abend. Am Abend selbst empfangen sich alle in ihrer Rolle, dann verkündet die Spielleitung den Mord, und in drei Runden, die an die Gänge des Essens gekoppelt sind, werden Hinweise ausgegeben und Figuren befragt. Am Ende stimmen alle über den Täter ab, danach wird die Auflösung vorgelesen, die bei unseren Boxen online im Portal steht. Die Box ist auf rund drei Stunden Spiel angelegt, mit Ankommen und Essen sind es dreieinhalb bis vier, dazu kommt meist eine Stunde Nachgespräch. Verglichen mit dem Detektiv-Fall brauchen Sie hier mehr Vorbereitung, mehr Leute und mehr Bereitschaft, vor der Gruppe zu sprechen. Dafür bekommen Sie etwas, das ein Detektiv-Fall nicht liefert: Menschen, die einander mit vollem Ernst Dinge unterstellen, die nie passiert sind. Unsere fünf Boxen kosten je 29,90 Euro für sechs bis zwölf Spieler, Sie finden sie im Katalog der Krimidinner-Boxen. Wichtig ist bei diesem Format die verbindliche Zusage. Weil jede Figur Informationen trägt, die sonst niemand hat, fällt eine kurzfristige Absage stärker ins Gewicht als bei einem Abend, an dem alle dieselben Unterlagen lesen.
Gruppengröße und Dauer im direkten Vergleich
Hier liegt das klarste Entscheidungskriterium. Ein Detektiv-Fall funktioniert schon allein und je nach Fall mit bis zu sechs oder sieben Ermittlern, danach wird es eng um die Dokumente und die Ruhigeren lesen nicht mehr mit. Ein Krimidinner braucht mindestens sechs Personen, damit genug Verdächtige am Tisch sitzen, und läuft bis zwölf sehr gut. Daraus ergibt sich eine schlichte Regel: Allein, zu zweit, zu dritt oder zu viert nehmen Sie den Detektiv-Fall, ab sechs das Krimidinner. Bei fünf Personen entscheidet der Geschmack der Gruppe. Auch bei der Dauer unterscheiden sie sich deutlich. Der Detektiv-Fall füllt je nach Fall eineinhalb bis vier Stunden und braucht keine Planung über Wochen. Das Krimidinner ist ein kompletter Abend mit Vorlauf, Termin, Essen und Einladung. Wer zwischen Woche und Wochenende unterscheidet, hat die Faustregel schon fast beisammen. Bei der Vorlaufzeit gilt dieselbe Logik. Einen Detektiv-Fall können Sie eine Stunde vorher kaufen und ausdrucken, ein Krimidinner braucht mindestens ein paar Tage, weil die Charakterbögen vorher gelesen werden wollen.
Wer sich wobei wohler fühlt
Es gibt Menschen, die beim Gedanken an eine Rolle sofort Lust bekommen, und andere, denen dabei unwohl wird. Beide Gruppen bekommen hier ein passendes Format, und das ist der eigentliche Wert des Vergleichs. Wer gern redet, improvisiert und Aufmerksamkeit mag, ist beim Krimidinner richtig. Wer lieber kombiniert, Details liebt und nicht schauspielern will, ist beim Detektiv-Fall besser aufgehoben, denn dort spricht niemand mit einer fremden Stimme. Auch für gemischte Runden gibt es eine brauchbare Lösung: Ein Detektiv-Fall funktioniert gut mit Menschen unterschiedlichen Alters, weil die Beteiligung über Lesen, Ordnen und Mitdenken läuft und nicht über Präsenz am Tisch. Beachten Sie dabei das Niveau: Der Jahrhundertcoup ist mittelschwer, die übrigen Fälle wie Der Enigma-Code oder Der Winter 74 richten sich an erfahrene Ermittler. Und wer beides ausprobieren will, beginnt am besten mit dem Detektiv-Fall, weil er weniger Vorbereitung braucht und niemanden überfordert. Wer eine Gruppe hat, in der zwei Personen unbedingt eine Rolle spielen wollen und zwei auf keinen Fall, fährt mit dem Detektiv-Fall ebenfalls besser, weil dort niemand etwas darstellen muss und trotzdem alle beschäftigt sind.
Format, Preis und was Sie jeweils brauchen
Bei beiden Formaten erhalten Sie nach der Zahlung sofort einen Zugangscode per E-Mail und laden das PDF im Portal herunter, es wird nichts per Post verschickt, und Sie drucken alles selbst aus. Für einen Detektiv-Fall brauchen Sie den Ausdruck der Akte, Stifte, etwas Tischfläche, ein Gerät für die Hilfestufen und je nach Fall eineinhalb bis vier Stunden Zeit. Kosten: 24,90 Euro für die Gruppe, unabhängig von der Personenzahl. Für ein Krimidinner brauchen Sie den Ausdruck aller Charakterbögen und Hinweise, Umschläge zum Sortieren, ein Essen in drei Gängen, einige Tage Vorlauf für die Rollenverteilung und einen Abend von dreieinhalb bis vier Stunden. Kosten: 29,90 Euro für sechs bis zwölf Spieler. Der Rest ist Geschmack. Viele Gruppen spielen ohnehin beides, nur zu unterschiedlichen Anlässen: den Detektiv-Fall an einem regnerischen Sonntag zu dritt, das Krimidinner zum runden Geburtstag mit zehn Gästen. Die beiden Formate konkurrieren weniger, als es zunächst aussieht. Ein letzter praktischer Unterschied betrifft den Platz. Für den Detektiv-Fall brauchen Sie freie Tischfläche, auf der Dokumente nebeneinanderliegen können, für das Krimidinner dagegen einen Tisch, an dem sich wirklich alle gegenseitig ansehen können.
Häufige Fragen
Kann man einen Detektiv-Fall allein spielen?+
Ja, alle unsere Detektiv-Fälle sind ab einer Person spielbar. Allein dauert es länger, weil Ihnen die zweite Perspektive fehlt. Zu zweit ist es erfahrungsgemäß am angenehmsten, weil Sie Theorien gegeneinander abwägen können. Ein Krimidinner allein ist dagegen nicht spielbar.
Braucht ein Detektiv-Fall auch ein Menü?+
Nein. Essen ist beim Detektiv-Fall kein Teil des Ablaufs, viele Gruppen spielen ihn mit Knabberkram und Getränken. Beim Krimidinner dagegen ist das Menü in die Struktur eingebaut, weil jeder Gang eine neue Runde eröffnet.
Welches Format ist leichter?+
Der Detektiv-Fall hat die niedrigere Einstiegshürde, weil niemand eine Rolle spielen muss. Anspruchsvoller ist er beim Kombinieren, denn die Widersprüche in den Dokumenten müssen tatsächlich gefunden werden. Wer feststeckt, nutzt die vier Hilfestufen im Portal. Das Krimidinner verlangt weniger Logik, dafür mehr Präsenz.
Was eignet sich besser für Jugendliche?+
Wir empfehlen beide Formate ab 14 Jahren, Mitternacht auf Sendung ab 16. Für eine erste Runde mit Jugendlichen ist der Detektiv-Fall oft der leichtere Einstieg, weil er ohne Lügen und ohne Rollenspiel auskommt und die Gruppe gemeinsam an einer Lösung arbeitet.



