Zimmer, Küche, Kabinett: der Wiener Altbau
Der Wiener Gründerzeitbau ist für ein Krimidinner fast maßgeschneidert. Deckenhöhen um dreieinhalb Meter, Doppelflügeltüren zwischen den Zimmern, ein Vorzimmer, in dem Mäntel und Hüte hängen, und das Kabinett, jenes kleine Zimmer neben dem Hauptraum, das früher als Schlafkammer diente. Genau dieses Kabinett ist dein Verhörzimmer: klein genug, dass zwei Personen dort unter vier Augen sprechen, nah genug, dass die anderen sehen, wer hineingeht. Der Innenhof liefert den zweiten Effekt, denn jedes laute Wort hallt dort nach oben, was der Stimmung hilft und den Nachbarn weniger. In einem Gemeindebau hast du oft kleinere Zimmer, dafür gibt es in vielen Anlagen einen Gemeinschaftsraum oder ein Mieterlokal, das sich über die Hausverwaltung buchen lässt. In den Neubauwohnungen der Seestadt ist der Grundriss offen und die Atmosphäre nüchtern, dort investierst du in Licht, Kerzen und eine leise Playlist. Ein schwerer Vorhang vor der Balkontür kostet wenig und verändert einen solchen Raum sofort. Welcher Fall zu welcher Gruppengröße passt, steht bei jedem Szenario unter /krimidinner.
Extrazimmer, Vereinshaus und Schrebergarten
Wien hat für Gruppen einen eigenen Begriff, und das sagt schon alles: Das Extrazimmer ist der Nebenraum eines Beisls, und viele Wirte überlassen ihn ab acht bis zehn Personen kostenlos, wenn dort gegessen und getrunken wird. Ruf am frühen Nachmittag an, nicht zur Mittagszeit, und frag gleich, ob ihr die Tische zusammenstellen dürft. Der zweite Weg führt über die Volkshochschulen, Grätzl-Initiativen und Bezirksräume, die Gruppenräume stundenweise vergeben. Dazu kommen Pfarrsäle, die in fast jedem Bezirk existieren und für dreißig bis achtzig Euro zu haben sind. Bleibt die Wiener Eigenheit schlechthin: der Schrebergarten. Wien hat zehntausende Kleingärten, und viele Vereine haben ein Vereinshaus mit Küche und Platz für zwanzig bis dreißig Personen. Im Sommer ist das die schönste Lösung, im Winter oft ungeheizt. Ein Heuriger mit Stüberl funktioniert ebenfalls, allerdings nur außerhalb der Hochsaison und nach Absprache. Für alle Varianten gilt: Frag nach einem Abend unter der Woche, dann bist du günstiger dran und hast den Raum meist für euch allein. Ein Anruf am frühen Nachmittag bringt dich weiter als jede E-Mail.
Ballsaison, Fenstertage und der leere August
Der Wiener Kalender gibt dir die beste Vorlage, die eine Stadt für dieses Format liefern kann. Zwischen Silvester und Aschermittwoch läuft die Ballsaison mit hunderten Veranstaltungen, und in diesen Wochen besitzt jeder eine Garderobe, kennt jeder die Umgangsformen einer förmlichen Gesellschaft und niemand findet es seltsam, den Abend in einer Rolle zu verbringen. Ein Fall, der auf einem Ball spielt, mit Masken, Tanzkarten und einer Verlobung, die niemand wollte, ist in dieser Zeit ein Selbstläufer. Meide dagegen die Nächte der großen Bälle selbst, und plane um die Fenstertage herum, an denen viele das lange Wochenende außerhalb verbringen. Der Sommer ist schwierig: Ab den ersten warmen Tagen sitzen alle im Schanigarten, an der Alten Donau oder auf der Donauinsel, und im August ist die halbe Stadt verreist. Die zweite gute Phase liegt im November, wenn es früh dunkel wird und die Adventmärkte noch nicht jeden Abend belegen. Verschick die Einladung drei Wochen vorher, dann haben alle Zeit, sich um ihre Garderobe zu kümmern.
Wien als Fall: Salon, Kaffeehaus und Nachkriegszeit
Drei Welten liefert diese Stadt ohne jede Recherche. Die erste ist das Wien um 1900: Salons an der Ringstraße, Ärzte und Künstler, ein aufstrebendes Bürgertum und Familien, die eine Fassade wahren, während im Hinterzimmer über Erbschaften verhandelt wird. Ein Fall in diesem Milieu braucht kaum Requisiten, ein Grammofon und Kerzen genügen. Die zweite Welt ist das Kaffeehaus, das jahrzehntelang Büro, Wohnzimmer und Gerüchtebörse zugleich war. Wer einen Fall dort ansiedelt, hat automatisch eine Figur, die alles mitbekommt und nichts sagt, nämlich den Ober. Die dritte Welt ist die Nachkriegszeit, in der Wien in Zonen geteilt war und ein berühmter Film aus dem Jahr 1949 der Stadt ein bis heute wirksames Kriminalbild gegeben hat, samt Kanalisation und Riesenrad. Auch ein realer Kunstraub aus dem Kunsthistorischen Museum, bei dem eine Goldschmiedearbeit jahrelang verschwunden blieb, taugt als Vorbild für ein modernes Szenario. Welche Welt du auch wählst, halte die Vorgeschichte kurz: Zwei Sätze zum Ort und zum Anlass genügen, alles Weitere steht auf den Charakterbögen.
Was ein Krimidinner in Wien kostet
Gewerbliche Krimidinner in Wiener Hotels, Kellern und Restaurants liegen je nach Haus zwischen neunzig und hundertvierzig Euro pro Person, Getränke häufig extra. Für zehn Gäste sind das gut tausend Euro, ein fester Termin und ein Menü, das feststeht. Richtest du den Abend selbst aus, kostet der Fall je nach Gruppengröße 19,90 bis 34,90 Euro, einmalig für die ganze Runde und nicht pro Kopf, ein eigenständiger Detektiv-Fall 24,90 Euro. Abgerechnet wird in Euro, also genau in der Währung, in der du ohnehin zahlst, und es kommen keine Versandkosten dazu, weil nichts verschickt wird. Der Download funktioniert von jeder Wiener Adresse aus, auch am Abend vor dem Termin. Für den Druck rechnest du zu Hause mit fünf bis acht Euro oder gehst in einen der Kopierläden rund um Universität und Wirtschaftsuniversität. Ein Gulasch oder ein Backhendl aus dem Ofen passt zeitlich perfekt zu drei Spielrunden. Wie du die Seiten sortierst und was davon in Farbe gehört, steht unter /krimidinner-zum-ausdrucken.
Anreise, Hausordnung und Zeitplan
Wien macht dir die Rückfahrt leicht: In den Nächten auf Samstag, auf Sonntag und vor Feiertagen fährt die U-Bahn durch, an allen anderen Tagen übernehmen die Nachtbusse. Deine Gäste aus Floridsdorf, Liesing oder aus Niederösterreich sollten trotzdem wissen, wann die letzte Verbindung geht, also nenne die Endzeit gleich in der Einladung. Bewährt hat sich Ankunft ab 19 Uhr, Start um 19.30 Uhr und Auflösung gegen 22.30 Uhr. Der zweite Punkt ist die Hausordnung, und die wird in Wien ernst genommen: Ab 22 Uhr gilt Nachtruhe, und im Lichthof eines Gründerzeithauses trägt jedes Gelächter bis in den vierten Stock. Leg Verhöre und Abstimmung bewusst davor und lass danach nur das ruhige Nachgespräch laufen, Fenster zum Hof geschlossen. Ein kurzer Zettel im Stiegenhaus zwei Tage vorher verhindert die meisten Diskussionen, und wenn es im Haus eine Hausbesorgerin gibt, sag ihr am besten persönlich Bescheid. Wer ganz sichergehen will, lädt auf einen Freitag, dann fährt die U-Bahn nachts durch und niemand am Tisch schaut auf die Uhr.
Häufige Fragen
Wo finde ich in Wien einen Raum für ein Krimidinner?+
Am einfachsten ist das Extrazimmer eines Beisls, das viele Wirte bei Verzehr ab acht bis zehn Personen kostenlos überlassen. Dazu kommen Pfarrsäle und Gruppenräume für dreißig bis achtzig Euro sowie im Sommer die Vereinshäuser der Kleingartenanlagen.
Kann ich als Wiener Kundin in Euro bezahlen?+
Ja, die Preise gelten in Euro: Boxen zwischen 19,90 und 34,90 Euro je nach Gruppengröße, Detektiv-Fälle 24,90 Euro. Versandkosten entstehen nicht, weil nichts verschickt wird, und der Download funktioniert von jeder Adresse aus.
Wann ist die beste Zeit für ein Krimidinner in Wien?+
Zwischen Anfang Januar und Aschermittwoch, weil in der Ballsaison ohnehin jeder in Garderobe unterwegs ist und ein Fall auf einem Ball sofort funktioniert. Der November ist die zweite gute Phase, der August dagegen die schwächste.
Reicht eine Wiener Altbauwohnung für zehn Gäste?+
Meistens ja, weil die Zimmer groß und die Decken hoch sind. Entscheidend ist ein Tisch, an dem alle gleichzeitig sitzen, plus das Kabinett oder das Vorzimmer für Gespräche unter vier Augen. Ist die Wohnung kleiner, nimm einen Fall für sechs Personen.


