Die Regel: drei Dinge, die man sofort sieht
Wer einen Raum betritt, nimmt in den ersten Sekunden drei Dinge wahr, nicht dreißig. Genau darauf sollten Sie Ihre ganze Mühe konzentrieren, statt jede Fläche zu dekorieren. Diese drei Dinge sind in aller Regel: das Licht, der gedeckte Tisch und ein einziger auffälliger Gegenstand, der die Geschichte erzählt. Ein alter Koffer im Flur, ein umgestürzter Stuhl, ein Blumenstrauß mit einem Kärtchen, eine Schreibmaschine oder ein altes Radio auf der Kommode, all das genügt als Signal. Alles, was darüber hinausgeht, sehen Ihre Gäste erst nach einer Stunde, und dann interessiert es niemanden mehr, weil längst ermittelt wird. Diese Regel spart Ihnen nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit am Nachmittag vor der Feier, und diese Zeit brauchen Sie fürs Essen und fürs Sortieren der Hinweise. Wenn Sie nur eine Stunde für den Raum haben: erst Licht, dann Tisch, dann ein Gegenstand. In dieser Reihenfolge. Prüfen Sie das Ergebnis, indem Sie selbst einmal vor die Wohnungstür gehen und wieder hereinkommen. Was Ihnen dabei zuerst auffällt, ist das, was auch Ihre Gäste sehen werden.
Licht ist Deko, alles andere ist Zugabe
Die größte Veränderung erreichen Sie, indem Sie die Deckenlampe ausmachen. Sofort sieht jeder Raum anders aus, wärmer, kleiner und geheimnisvoller. Ersetzen Sie sie durch alles, was Sie an niedrigen Lichtquellen im Haus haben: Stehlampen, Tischlampen, Kerzen, Teelichter in Wassergläsern, die Lichterkette aus der Weihnachtskiste. Stellen Sie die Lichter unterschiedlich hoch auf, dann entstehen Schatten, und Schatten sind der ganze Trick. Ein warmes Leuchtmittel macht mehr aus als zehn Deko-Artikel, kalte Tageslichtlampen ruinieren dagegen jede Stimmung. Ein zweiter Kniff: Stellen Sie eine einzelne Lampe an die Stelle, an der Sie später die Auflösung vorlesen, und lassen Sie sie bis dahin aus. Wenn Sie sie am Ende des Abends anmachen, haben Sie eine Bühne. Und wenn Sie Teelichter benutzen, stellen Sie sie in Gläser, damit sie nicht vom Ärmel eines gestikulierenden Verdächtigen umgeworfen werden, was häufiger passiert, als man denkt. Denken Sie außerdem an das Licht im Flur und im Bad, denn auch diese Räume betreten Ihre Gäste. Eine einzige Kerze auf dem Waschbeckenrand hält die Stimmung über den ganzen Abend, ohne dass jemand bewusst darauf achtet.
Der Tisch: Stoff, Geschirr, Höhe
Ein Tisch wirkt festlich, sobald etwas darauf liegt, das nicht alltäglich ist. Dafür brauchen Sie keine Tischdecke zu kaufen. Ein dunkles Bettlaken, ein Schal, ein Stück Stoff aus der Nähkiste oder eine Wolldecke funktionieren genauso, besonders wenn sie nicht perfekt glatt liegen. Nehmen Sie das gute Geschirr heraus, das sonst im Schrank steht, und mischen Sie ruhig: Unterschiedliche Teller sehen nach altem Haushalt aus und damit nach Geschichte. Stellen Sie Wein- oder Wassergläser auf, auch wenn es nur Wasser gibt, Glas fängt Kerzenlicht ein. Arbeiten Sie außerdem mit Höhe: Ein paar Bücher unter einem Tuch in der Tischmitte, darauf eine Kerze oder ein Gegenstand, und der Tisch bekommt ein Zentrum. Lassen Sie aber genug freie Fläche, denn die Hinweise brauchen Platz und werden den ganzen Abend hin und her geschoben. Ein überdekorierter Tisch, auf dem kein Dokument liegen kann, ist beim Krimidinner ein echtes Problem. Räumen Sie vor dem Eintreffen der Gäste alles weg, was nicht zum Fall gehört, also Post, Ladekabel und Schlüsselschalen. Nichts stört eine Szene im Jahr 1927 so zuverlässig wie ein Werbeprospekt am Tischrand.
Die Hinweis-Ecke bauen
Das schönste Element eines Krimidinner-Abends ist kein Deko-Artikel, sondern die Fläche, auf der sich die Ermittlung sichtbar sammelt. Nehmen Sie dafür eine Kommode, ein Sideboard, ein Regalbrett oder notfalls einen freien Stuhl mit einem Tablett. Dort landet alles, was im Lauf des Abends gefunden wird. Darüber hängen Sie ein großes Blatt Papier an die Wand, eine Rückseite von Geschenkpapier tut es auch, und darauf schreibt die Runde die Namen der Verdächtigen. Wer möchte, verbindet sie mit einem Faden oder mit Stiftstrichen. Das ersetzt jedes gekaufte Ermittlungsbrett und wird garantiert fotografiert. Legen Sie Stifte und leere Zettel daneben, damit Gäste sich Notizen machen können, denn das tun mehr Menschen, als Sie erwarten. Am Ende des Abends haben Sie damit ganz nebenbei eine Erinnerung an den ganzen Fall. Sorgen Sie dafür, dass diese Fläche von allen Plätzen aus sichtbar ist, denn eine Ermittlungstafel hinter dem Rücken der Hälfte des Tisches wird schlicht vergessen. Alles, was auf dieser Fläche landet, kommt aus Ihrem PDF, das Sie nach der Zahlung mit Ihrem Zugangscode herunterladen und selbst ausdrucken, mehr dazu unter Krimidinner zum Ausdrucken.
Requisiten aus Papier in zehn Minuten
Mit einem Drucker, einem Beutel Tee und etwas Kerzenwachs bauen Sie überzeugendere Requisiten als jeder Deko-Laden. Ein Blatt Papier, das zehn Minuten in kaltem schwarzem Tee gelegen hat und flach getrocknet ist, sieht aus wie ein Dokument aus den 1920er Jahren. Die Ränder können Sie vorsichtig einreißen statt schneiden, das wirkt sofort älter. Fotos drucken Sie in Graustufen und knicken sie einmal in der Mitte, weil echte alte Fotos Knicke haben. Ein Briefumschlag mit einem Tropfen Kerzenwachs auf der Rückseite wird zu einem versiegelten Schreiben. Für einen Ausweis oder eine Eintrittskarte nehmen Sie Karton aus einer Verpackung. Und ein Namensschild pro Gast, aus einem gefalteten Blatt vor dem Teller aufgestellt, hilft der ganzen Runde mehr als jede Dekoration, weil dann niemand fragen muss, wer eigentlich wer ist. Machen Sie das alles am Vorabend, nicht am Tag selbst, weil Papier zum Trocknen ein paar Stunden braucht. Bei einer festlichen Runde, etwa zu einer Hochzeit, sind diese Kleinigkeiten das, was in Erinnerung bleibt, mehr dazu unter Krimidinner zur Hochzeit.
Was Sie getrost weglassen können
Ein paar Dinge kosten Geld und bringen nichts. Aufblasbare Deko und Plastikartikel aus dem Partybedarf zerstören die Stimmung eher, als dass sie sie erzeugen, weil sie im Kerzenlicht sofort als billig zu erkennen sind. Ballons gehören zum Kindergeburtstag, nicht zum Tatort. Kunstblut auf Textilien ist nur dann eine gute Idee, wenn Ihnen die Textilien egal sind, und auf einem Esstisch ist es schlicht unappetitlich. Umrisse aus Klebeband auf dem Boden sehen auf Fotos gut aus und stören im Raum, weil ständig jemand darüber läuft. Sehr starke Duftkerzen oder Räucherstäbchen konkurrieren mit dem Essen und sorgen bei empfindlichen Gästen für Kopfschmerzen. Und teure Kostümteile für den Gastgeber sind unnötig: Ein Hut, ein Schal, eine Brosche oder Handschuhe genügen, um eine Figur erkennbar zu machen. Das Geld, das Sie hier sparen, stecken Sie besser ins Essen, denn daran erinnern sich Ihre Gäste tatsächlich. Und lassen Sie sich von Bildern im Internet nicht unter Druck setzen: Die aufwendig gestalteten Tische, die dort zu sehen sind, wurden für Fotos gebaut und nicht für einen Abend mit acht essenden Menschen.
Häufige Fragen
Wie viel Deko braucht ein Krimidinner wirklich?+
Drei Dinge: warmes, niedriges Licht, ein gedeckter Tisch und ein auffälliger Gegenstand, der zur Geschichte passt. Alles andere fällt nach den ersten Minuten niemandem mehr auf, weil dann bereits ermittelt wird.
Kann ich ein Krimidinner ganz ohne Deko spielen?+
Ja, ohne Weiteres. Der Fall funktioniert auch am blanken Küchentisch. Wenn Sie nur eine einzige Sache machen, dann machen Sie die Deckenlampe aus und stellen Kerzen auf, das kostet nichts und verändert den Raum am meisten.
Wie mache ich Dokumente auf alt?+
Zehn Minuten in kalten schwarzen Tee legen, flach trocknen lassen, die Ränder einreißen statt schneiden. Foto-Hinweise drucken Sie in Graustufen und knicken sie einmal. Das dauert insgesamt eine Viertelstunde und wirkt erstaunlich echt.
Müssen die Gäste verkleidet kommen?+
Nein, es reicht ein Detail pro Person: ein Hut, ein Schal, eine Brosche, Handschuhe. Epoche und Schauplatz jeder Box geben die Richtung vor, sodass jeder weiß, wohin es geht, ohne ein Kostüm kaufen zu müssen.


