Kreuzviertel, Zechenhaus, Reihenhaus
Dortmund hat den Vorteil, den teure Städte nicht haben: Der Platz ist da. Im Kreuzviertel stehen Gründerzeitwohnungen mit Stuck, Flügeltüren und Zimmern, in denen zwölf Leute an einer Tafel sitzen, ohne dass jemand die Wand im Rücken hat. Die Bergarbeitersiedlungen in Dorstfeld, Eving oder Bövinghausen bieten etwas anderes: kleinere Räume, dafür eine gute Stube, einen eigenen Eingang und meistens einen Garten, über den Gäste zwischen den Runden hinausgehen können. Genau dieser zweite Ort ist wichtiger als Quadratmeter, denn ein Krimidinner lebt davon, dass zwei Verdächtige kurz verschwinden können. In den Reihenhäusern in Hörde, Aplerbeck und Brackel übernimmt das der Wintergarten. Für die Stimmung brauchen Sie wenig: Deckenlampe aus, Stehlampen und Kerzen an, eine leise Playlist. Wichtig ist nur, dass die Tafel in der Mitte steht und niemand mit dem Rücken zur Gruppe sitzt, sonst gehen leise Aussagen unter. Alle Boxen sind für sechs bis zwölf Personen angelegt, und wie Sie das gedruckte Material sortieren, erklärt Krimidinner zum Ausdrucken.
Vereinsheim, Nebenzimmer und Besprechungsraum
Kaum eine Stadt hat so viele Vereinsheime wie Dortmund. Über hundert Amateurfußballvereine, dazu Schützen-, Tauben- und Kleingartenvereine, und fast alle haben einen Clubraum, der montags bis donnerstags leer steht. Dreißig bis fünfzig Euro für den Abend sind üblich, Tische und Stühle inklusive, die Theke oft auch. Sprechen Sie den Wirt oder den Platzwart direkt an, das läuft hier über Personen und nicht über Formulare. Der zweite Weg führt über die Kneipen in der Nordstadt, im Kreuzviertel und in Hörde, von denen viele ein Nebenzimmer haben und es bei Verzehr kostenlos hergeben. Der dritte Weg ist für Firmenrunden interessant: Rund um den Technologiepark, an der Phoenix-West und in der Innenstadt stehen ab 17 Uhr unzählige Besprechungsräume leer, die sich mit wenig Aufwand in einen Tatort verwandeln lassen. Klären Sie dabei vorher, ob Essen mitgebracht werden darf und wer abends abschließt, denn beides regelt in Bürohäusern nicht die Abteilung, sondern der Empfang. Wie ein solcher Abend als Teamformat aufgebaut wird, beschreiben wir unter Krimidinner als Teambuilding.
Der Spielplan schlägt den Kalender
Bevor Sie irgendetwas anderes entscheiden, schauen Sie auf den Spielplan. An einem Heimspieltag sind über achtzigtausend Menschen im Stadion und ein großer Teil des Rests entweder auf dem Weg dorthin oder vor dem Fernseher. Ein Anstoß um 15.30 Uhr am Samstag lässt sich mit einem Start um 19.30 Uhr noch vereinbaren, ein Abendspiel um 18.30 Uhr oder eine Partie am Freitag kostet Sie den Termin. Europapokalabende unter der Woche gelten genauso. Umgekehrt liefert Ihnen die Sommerpause zwischen Ende Mai und Anfang August ein Zeitfenster, das in anderen Städten fehlt: Die Wochenenden sind plötzlich frei, und wer nicht verreist ist, sucht ein Programm. Die klassische Saison bleibt trotzdem der Winter, weil es früh dunkel wird und der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt die Stadt in Stimmung bringt. Zwischen Weihnachten und Neujahr finden Sie besonders leicht zehn Leute für einen ganzen Abend. Wer sichergehen will, fragt die Runde zuerst nach dem Datum und kauft den Fall erst danach, denn erst mit der verbindlichen Spielerzahl wissen Sie, ob eine Box für sechs bis zwölf Personen oder ein Detektiv-Fall für eine kleine Runde passt.
Dortmund als Fall: Kohle, Bier und Strukturwandel
Die Stadt liefert drei Motive, die Ihre Gäste sofort verstehen, weil sie in fast jeder Familie vorkommen. Das erste ist der Bergbau: Bis in die achtziger Jahre wurde hier gefördert, und in vielen Haushalten liegen noch Fotos, Zeugnisse und Werksausweise. Ein Fall, der mit einem alten Grubenriss oder einem verschwiegenen Unfallbericht beginnt, trifft einen Nerv. Das zweite ist das Bier: Dortmund war einmal die größte Brauereistadt Europas, und der Turm der ehemaligen Union steht bis heute über der Stadt. Eine Brauereifamilie, ein Rezept, ein Erbstreit, mehr braucht ein Krimidinner nicht. Das dritte Motiv ist der Strukturwandel selbst. Wo früher das Stahlwerk stand, liegt heute ein See mit teuren Grundstücken, und wer diese Geschichte in einen Fall übersetzt, hat Investoren, alte Zusagen und einen Gutachter, der plötzlich seine Meinung ändert. Nehmen Sie das Motiv, das Ihre Runde am besten kennt, dann steigen alle schneller ein. Und wenn niemand am Tisch einen Bezug zum Bergbau hat, nehmen Sie einfach den See, denn Grundstücke und Gutachten versteht jeder.
Was ein Krimidinner in Dortmund kostet
Gewerbliche Abende in Dortmunder Hotels, Restaurants und Industriedenkmälern liegen meist zwischen siebzig und hundertzehn Euro pro Person, Getränke oft extra. Bei zehn Gästen sind das schnell achthundert bis tausend Euro für einen Abend, dessen Ablauf ein anderer bestimmt. Selbst ausgerichtet kostet eine Box 29,90 Euro, einmalig für die ganze Runde von sechs bis zwölf Personen, und ein eigenständiger Detektiv-Fall 24,90 Euro. Dazu kommen die Druckkosten: ein kompletter Satz Charakterbögen und Hinweise für etwa fünf bis acht Euro zu Hause, im Copyshop rund zehn bis fünfzehn. Das Essen hätten Sie ohnehin gekocht, und ein Gulasch oder ein Auflauf, der im Ofen wartet, ist für einen Spielabend ohnehin die klügere Wahl als etwas, das auf den Punkt gegart werden muss. Unterm Strich zahlt jeder Gast ein paar Euro statt eines dreistelligen Betrags, und Sie entscheiden selbst, wann Schluss ist. Wer den Betrag durch zehn teilt, landet bei rund drei Euro pro Person, und dafür bekommt hier niemand einen ganzen Abend.
Anreise, Lautstärke und Zeitplan
Ihre Gäste kommen aus Bochum, Lünen, Witten und Castrop-Rauxel, denn im Ruhrgebiet wohnen Freundeskreise selten in einer Stadt. Prüfen Sie deshalb vorher, wie lange die Stadtbahn und die Regionalzüge fahren, und planen Sie mit 19 Uhr Ankunft, Start um 19.30 Uhr und Ende gegen 23 Uhr. In den Nächten auf Samstag und Sonntag helfen die Nachtbusse, unter der Woche wird es nach Mitternacht dünn. Wer mit dem Auto kommt, braucht im Kreuzviertel Geduld bei der Parkplatzsuche, in den Siedlungen dagegen nicht. Der zweite Punkt ist das Haus. Zechenhäuser und Altbauten sind hellhörig, ab 22 Uhr gilt Nachtruhe, und im Sommer sitzt der Nachbar auf seiner Terrasse. Legen Sie die lauten Phasen, also Verhöre und Abstimmung, vor 22 Uhr und lassen Sie danach nur das Nachgespräch laufen. Wenn Sie im Vereinsheim spielen, klären Sie vorher, bis wann abgeschlossen sein muss, das ist dort meistens verbindlicher als die Uhrzeit auf der Einladung. Fragen Sie außerdem nach dem Schlüssel, denn in vielen Vereinsheimen holt ihn jemand privat von zu Hause.
Häufige Fragen
Wo finde ich in Dortmund einen Raum für ein Krimidinner?+
Der einfachste Weg ist das Vereinsheim eines Sport- oder Kleingartenvereins, das unter der Woche meist für dreißig bis fünfzig Euro zu haben ist. Dazu kommen Nebenzimmer von Kneipen bei Verzehr und ab 17 Uhr freie Besprechungsräume in Bürogebäuden.
Muss ich beim Termin auf den Fußball achten?+
Unbedingt. An Heimspieltagen und bei Europapokalabenden bekommen Sie kaum zehn Leute an einen Tisch. Ein Samstagabend nach einem Anstoß um 15.30 Uhr funktioniert, ein Abendspiel nicht. Die Sommerpause ist dafür ein ungewöhnlich freies Zeitfenster.
Wird das Material nach Dortmund geliefert?+
Nein. Sofort nach der Zahlung erhalten Sie per E-Mail einen Zugangscode, laden das PDF in der Fallakte herunter und drucken Charakterbögen und Hinweise selbst aus. Es gibt keinen Versand, keine Wartezeit und keine Lieferkosten, auch nicht bei einer kurzfristigen Entscheidung.
Wie viele Personen passen in eine Dortmunder Altbauwohnung?+
Im Kreuzviertel sitzen zehn bis zwölf Gäste meist bequem an einer Tafel. Wichtiger als die Fläche ist ein zweiter Raum für Vieraugengespräche. Fehlt der, spielen Sie eine Box mit sechs bis acht Personen, dann bleibt die Runde übersichtlich.



