Das Altbremer Haus ist ein Grundriss für Verdächtige
In Findorff, in der Neustadt, im Viertel und in Schwachhausen steht tausendfach derselbe Haustyp: schmal, tief, mit Souterrain, hohem Erdgeschoss und einer Zimmerflucht, die über Schiebetüren verbunden ist. Genau das brauchst du für ein Krimidinner. Vorne der Salon, in dem die Tafel steht, dahinter das zweite Zimmer, in das sich zwei Verdächtige für ein Vieraugengespräch zurückziehen, unten die Küche, aus der das Essen kommt, ohne dass jemand durch die laufende Runde muss. Die Schiebetür ist dabei mehr als Architektur, denn sie liefert den Moment, in dem sich eine Tür hörbar schließt und alle kurz still sind. Im Schnoor sind die Häuser hübsch, aber zu klein für zehn Leute, dort funktioniert eher ein Fall für vier bis sechs Personen. In den Lofts der Überseestadt hast du umgekehrt viel Platz und wenig Atmosphäre, dort investierst du in Licht und Ton. Welcher Fall zu welcher Größe passt, steht bei jedem Szenario unter /krimidinner.
Bürgerhaus, Vereinsheim und die Parzelle
Bremen hat eine Besonderheit, von der du direkt profitierst: In fast jedem Stadtteil gibt es ein Bürgerhaus oder Bürgerzentrum mit Gruppenräumen, die stundenweise vermietet werden, oft mit Küche, Geschirr und Stühlen für dreißig Leute. Frag früh an, die Abendtermine sind über Kursbetrieb und Chorproben gut belegt. Der zweite Weg führt über die Kneipen im Viertel und in Walle, von denen viele einen Nebenraum haben und ihn bei Verzehr kostenlos überlassen. Dazu kommen Gemeindehäuser und die Vereinsheime der Sportvereine, die unter der Woche leer stehen und für zwanzig bis fünfzig Euro zu haben sind. Bleibt die Parzelle, also der Bremer Kleingarten, von dem es in der Waller und der Findorffer Feldmark ganze Straßenzüge gibt. Viele Vereinsheime dort fassen problemlos zwanzig Personen. Der Haken ist die Saison: In vielen Anlagen wird das Wasser im Oktober abgestellt und erst im Frühjahr wieder aufgedreht, und geheizt ist selten. Die Parzelle ist damit eine Lösung für Mai bis September, nicht für Februar.
Kohlfahrt, Eiswette, Freimarkt: der Bremer Kalender
Zwischen Anfang Januar und Ende Februar ist Bremen im Ausnahmezustand, und zwar auf die gemütliche Art. Es ist Kohlfahrt-Zeit: Gruppen ziehen mit Bollerwagen durchs Umland, spielen Boßeln und enden abends bei Kohl und Pinkel, wo ein Kohlkönig gekrönt wird. Genau hier liegt deine Chance. Wenn der Wind waagerecht über die Feldmark drückt, ist ein Krimidinner die bessere Variante desselben Abends: dasselbe Essen, dieselbe Gruppe, nur am Tisch statt im Regen, und statt des Kohlkönigs krönt ihr am Ende den Täter. Ebenfalls in diese Wochen fallen die Eiswette im Januar und die Schaffermahlzeit im Februar, beides Termine, die den Bremer Winter zu einer geselligen Jahreszeit machen. Meide dagegen den Freimarkt Mitte bis Ende Oktober, denn zweieinhalb Wochen lang ist die Bürgerweide der einzige Treffpunkt der Stadt. Der Sommer gehört dem Osterdeich, dem Werdersee und der Breminale. Die besten Wochen für ein Krimidinner liegen damit zwischen November und März. Ein Freitagabend funktioniert dabei oft besser als der Samstag, weil viele Bremer Gruppen samstags längst eine Kohlfahrt oder ein Grünkohlessen im Kalender stehen haben.
Bremen als Fall: Kaffee, Reederei und ein Testament
Bremen war jahrhundertelang eine Stadt der Kaufleute, und Kaufleute sind für einen Kriminalfall das beste Ausgangsmaterial, weil bei ihnen Geld, Ruf und Familie am selben Tisch sitzen. Das erste Motiv liefert der Überseehandel: eine Ladung, die nie ankam, eine Versicherung, die trotzdem zahlte, und ein Reeder, der zu ruhig bleibt. Das zweite Motiv ist der Kaffee. In Bremen wurde das Verfahren zur Entkoffeinierung entwickelt, die Böttcherstraße wurde aus Kaffeegeld gebaut, und bis heute wird in dieser Stadt in großem Stil gehandelt und verkostet. Ein manipulierter Probenbeutel vor einer Auktion ist ein Motiv, das jeder versteht. Das dritte Motiv ist die Tafelrunde selbst: Die Schaffermahlzeit, das älteste Brudermahl der Stadt, zeigt, wie viel Rang in einer Sitzordnung stecken kann. Wer es leichter mag, nimmt die Stadtmusikanten als Aufhänger und spielt einen augenzwinkernden Fall, bei dem vier Zeugen dieselbe Nacht völlig unterschiedlich erinnern. Ganz gleich, welches Motiv du wählst, es genügt, wenn die Grundidee in zwei Sätzen erzählbar ist, denn alles Weitere steht ohnehin auf den Charakterbögen.
Was der Abend kostet und für welchen Anlass er sich lohnt
Gewerbliche Krimidinner in Bremer Hotels und Restaurants liegen meist zwischen achtzig und hundertzwanzig Euro pro Person, Getränke oft extra. Für zehn Gäste bist du damit bei rund tausend Euro, bekommst dafür aber einen fremden Zeitplan und ein Menü, das du nicht auswählst. Selbst ausgerichtet sieht die Rechnung anders aus: Unsere Boxen kosten je nach Gruppengröße zwischen 19,90 und 34,90 Euro, einmalig für die ganze Runde, ein Detektiv-Fall liegt bei 24,90 Euro. Der Druck eines kompletten Satzes kostet zu Hause fünf bis acht Euro, im Copyshop etwas mehr. Dazu das Essen, das du ohnehin gemacht hättest, und Kohl und Pinkel oder Labskaus sind genau die Art Gericht, die im Topf auf dich wartet, während Runde zwei läuft. Am häufigsten wird dieses Format in Bremen für runde Geburtstage gewählt, weil sich an so einem Abend Familie und Freundeskreis mischen. Auf Platz zwei folgen Firmenessen im Januar, bei denen ein Fall das Schweigen zwischen den Abteilungen zuverlässiger löst als jede Ansprache. Wie du dabei das Geburtstagskind einbindest, ohne es vorzuführen, steht unter /krimidinner-geburtstag.
Anreise, Fahrrad und Nachtruhe
Bremen ist eine Fahrradstadt, und das prägt deinen Abend mehr, als du denkst. Ein großer Teil deiner Gäste kommt auf dem Rad, also plane einen Platz für nasse Jacken und weise in der Einladung darauf hin, dass ein Kostüm regentauglich sein sollte. Wer mit der Straßenbahn kommt, ist gut versorgt: Die Linien treffen sich an der Domsheide und am Hauptbahnhof, und in den Nächten auf Samstag und Sonntag fahren die Nachtlinien im Stundentakt. Gäste aus Delmenhorst, Oldenburg oder Vegesack müssen dagegen auf die letzte Regionalbahn achten, sonst endet der Abend im Taxi. Plane deshalb mit 19 Uhr Ankunft und Start um 19.30 Uhr, dann seid ihr gegen 23 Uhr durch. Der zweite Punkt betrifft das Haus: Altbremer Häuser sind hellhörig, und ab 22 Uhr gilt Nachtruhe. Verhöre und Abstimmung gehören davor, das Nachgespräch danach. Sag den Nachbarn zwei Tage vorher Bescheid, in Bremen reicht dafür ein Satz über den Gartenzaun.
Häufige Fragen
Wo kann ich in Bremen einen Raum für ein Krimidinner mieten?+
Am verlässlichsten sind die Bürgerhäuser und Bürgerzentren der Stadtteile, die Gruppenräume mit Küche stundenweise vergeben. Dazu kommen Nebenräume von Kneipen im Viertel, Gemeindehäuser und Vereinsheime für zwanzig bis fünfzig Euro.
Eignet sich eine Parzelle für ein Krimidinner?+
Von Mai bis September sehr gut, denn viele Vereinsheime fassen zwanzig Personen. Im Winter selten, weil in vielen Anlagen das Wasser abgestellt ist und kaum geheizt wird. Für die kalte Jahreszeit sind Wohnung oder Bürgerhaus die bessere Wahl.
Passt ein Krimidinner zu einer Kohlfahrt?+
Es ersetzt sie bei schlechtem Wetter sogar sehr elegant. Ihr esst Kohl und Pinkel wie geplant, spielt dazu einen Fall in drei Runden und krönt am Ende statt des Kohlkönigs den überführten Täter. Für Januar und Februar ist das die stimmigste Bremer Variante.
Bekomme ich die Box nach Bremen geschickt?+
Nein, verschickt wird nichts. Nach dem Kauf erhältst du das komplette Material als PDF per E-Mail und druckst es selbst aus. Dadurch entfallen Versandkosten und Wartezeit, und du kannst den Abend auch kurzfristig ansetzen.


