Warum ein separates Nebenzimmer nicht verhandelbar ist
Der erste und wichtigste Punkt: Ein Krimidinner im offenen Gastraum funktioniert nicht. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens der Lärm: Wenn an den Nachbartischen gegessen und geredet wird, versteht Ihre Runde die Zeugenaussagen nicht, und leises Verhören ist unmöglich. Zweitens die Hemmung: Kaum jemand spielt eine Figur überzeugend, wenn Fremde am Nebentisch zuhören und schauen. Drittens der Platz: Sie brauchen eine Fläche für Beweisstücke, Mappen und Notizen, und die gibt ein normal eingedeckter Tisch nicht her. Ein Nebenzimmer löst alle drei Probleme auf einmal und ist in vielen Lokalen ab etwa zehn Personen ohnehin üblich. Fragen Sie beim ersten Telefonat gezielt danach, ob der Raum eine Tür hat, ob er zum Gastraum hin offen ist und ob parallel eine zweite Gesellschaft darin sitzt. Sitzen zwei Gruppen im selben Raum, sagen Sie ab und suchen Sie weiter, dieser Punkt entscheidet über den ganzen Abend. Welcher Fall dazu passt, sehen Sie unter Krimidinner-Boxen. Fragen Sie außerdem, ob Sie den Raum schon vor der offiziellen Uhrzeit betreten dürfen, denn zwanzig Minuten Aufbau vorher sparen später viel Hektik.
Das Gespräch mit dem Restaurant
Gehen Sie in dieses Gespräch mit einer Liste, nicht mit einer Idee. Erklären Sie zuerst in zwei Sätzen, was ein Krimidinner ist, denn viele Wirtsleute kennen das Format nur aus Anzeigen von Veranstaltern und rechnen mit Schauspielern und Technik. Sagen Sie klar, dass Ihre Gruppe selbst spielt und nur Raum, Essen und Ruhe braucht. Klären Sie dann acht Punkte: Raumgröße und Tischform, Uhrzeit von Ankunft und letzter Bestellung, Gesamtdauer, Mindestumsatz oder Raummiete, Menüablauf und Servierzeiten, ob Papier und Deko ausgelegt werden dürfen, ob Musik möglich ist, und wer am Abend Ihre Ansprechperson ist. Bitten Sie um eine kurze Bestätigung per E-Mail, in der Raum, Zeiten und Preis stehen. Das ist keine Förmlichkeit, sondern schützt Sie vor dem klassischen Missverständnis, dass der Raum um 22 Uhr geräumt werden soll, während gerade die Auflösung läuft. Ein Vorabbesuch lohnt sich fast immer: Zwanzig Minuten im Raum sagen Ihnen mehr als jedes Foto auf der Webseite. Nennen Sie Gästezahl und Wunschtermin gleich im ersten Satz, das erleichtert der Reservierung die Antwort und beschleunigt die Zusage.
Tischform, Akustik und Licht beurteilen
Wenn Sie den Raum besichtigen, achten Sie auf drei Dinge. Die Tischform entscheidet über die Gesprächsdynamik: Eine lange Tafel sieht festlich aus, aber die Person am einen Ende hört die am anderen nicht mehr. Besser sind eine U-Form oder mehrere runde Tische mit Sichtverbindung, ideal ist ein Raum, in dem man für Verhöre kurz in Ecken ausweichen kann. Die Akustik prüfen Sie mit einem einfachen Test: Sprechen Sie normal laut und hören Sie, ob es hallt. Fliesen, Glas und hohe Decken sind schlecht, Teppich, Vorhänge und Holzvertäfelung sind gut. Beim Licht geht es nicht um Romantik, sondern um Lesbarkeit. Ihre Gäste müssen ihre Figurenmappen lesen können, ein Raum mit ausschließlich gedämpftem Kerzenlicht macht das unmöglich. Fragen Sie deshalb nach einer Lichtregelung und nach Steckdosen für eigene Stehlampen. Klären Sie außerdem, wo die Toiletten liegen, denn wenn der Weg dorthin durch den vollen Gastraum führt, unterbricht das jedes Mal die Szene. Achten Sie zuletzt auf Heizung und Lüftung, denn ein Raum, in dem nach zwei Stunden alle schwitzen, kostet mehr Aufmerksamkeit als jede Nebenszene.
Timing: Küche und Fall aufeinander abstimmen
Der häufigste Konflikt entsteht, weil Küche und Spielleitung unterschiedliche Uhren haben. Die Küche möchte Gänge servieren, sobald sie fertig sind, Sie möchten sie als Taktgeber für Ihre Runden. Nehmen Sie dem Lokal die Unsicherheit, indem Sie vorher einen Zettel mit drei Uhrzeiten abgeben, etwa Vorspeise 19.30 Uhr, Hauptgang 20.45 Uhr, Dessert 22.00 Uhr. Bitten Sie darum, jeweils fünf Minuten vorher kurz Bescheid zu geben, damit Sie die laufende Szene abschließen können. Genauso wichtig ist das Gegenteil: Sagen Sie dem Service, dass zwischen den Gängen nicht abgeräumt oder nachgeschenkt werden soll, solange eine Vernehmung läuft, sondern in den Pausen. Vereinbaren Sie dafür ein Zeichen, ein Handzeichen an der Tür genügt. Wählen Sie außerdem ein Menü mit fester Auswahl statt einer offenen Karte: Sieben Leute, die einzeln bestellen, kosten Sie zwanzig Minuten Spielzeit. Zwei Hauptgänge zur Wahl plus eine vegetarische Variante, vorab abgefragt, sind der beste Kompromiss. Klären Sie außerdem, ob über den ganzen Abend nachgeschenkt wird oder ob es feste Bestellrunden gibt, sonst steht der Service mitten im Verhör am Tisch.
Material im Lokal: weniger ist mehr
Zu Hause können Sie Beweisstücke über drei Räume verteilen, im Restaurant nicht. Reduzieren Sie deshalb das Material auf das, was auf den Tisch passt und beim Abräumen nicht verloren geht. Bewährt hat sich eine Mappe pro Gast, in der die eigenen zwei Figurenseiten und ein Notizzettel stecken, plus eine zentrale Ermittlungsakte, in die die Beweisstücke nach und nach wandern. Legen Sie nichts direkt neben Teller oder Gläser, ein verschütteter Rotwein auf dem einzigen Ausdruck eines Beweisstücks beendet die Spur endgültig. Verzichten Sie auf eigene Kerzen, viele Lokale erlauben offenes Feuer nicht mehr. Drucken Sie alles vorher zu Hause aus und sortieren Sie es in beschriftete Umschläge nach Akten, damit Sie im Lokal nichts suchen müssen. Ein zusammenrollbares Poster als Ermittlungstafel lässt sich an eine freie Wand hängen und ist schnell wieder abgenommen. Und denken Sie an Stifte, Restaurants haben selten genug davon. Leitfaden und Auflösung öffnen Sie als Spielleitung im Portal, prüfen Sie also vorher, ob Sie im Nebenzimmer Empfang haben. Weil Sie das PDF selbst drucken, nehmen Sie gezielt nur das mit, was Sie im Lokal wirklich brauchen.
Kosten realistisch kalkulieren
Ein Krimidinner im Restaurant kostet mehr als zu Hause, dafür entfallen Einkauf, Kochen und Abwasch. Rechnen Sie mit drei Posten. Erstens das Menü: Drei Gänge liegen je nach Region und Haus meist zwischen 35 und 60 Euro pro Person, Getränke kommen dazu. Zweitens der Raum: Viele Lokale verzichten auf eine Miete, wenn ein Mindestumsatz erreicht wird, andere verlangen eine Pauschale. Fragen Sie konkret nach beidem und lassen Sie sich die Zahl schriftlich geben. Drittens das Spielmaterial, und das ist der kleinste Posten: Eine Krimidinner-Box kostet 29,90 Euro für 6 bis 12 Spieler, geteilt durch die Gästezahl sind das wenige Euro pro Kopf, dazu der Druck. Klären Sie vorher, wie abgerechnet wird, gemeinsam oder einzeln, und sagen Sie es Ihren Gästen bei der Einladung. Wer den Abend als Geschenk plant, etwa zu einem runden Geburtstag, findet unter Krimidinner zum Geburtstag die passenden Hinweise zur Rollenverteilung. Sammeln Sie das Geld möglichst vorher ein, denn eine Abrechnung mit vierzehn Einzelkarten dauert am Ende des Abends länger als die Auflösung.
Häufige Fragen
Machen Restaurants bei so etwas überhaupt mit?+
Meistens ja, besonders unter der Woche und außerhalb der Hauptsaison. Eine feste Gruppe mit gebuchtem Menü ist für ein Lokal planbarer Umsatz. Wichtig ist, dass Sie früh anfragen und den Ablauf verständlich erklären.
Wie lange sollte ich den Raum reservieren?+
Mindestens vier Stunden. Ein Krimidinner dauert rund drei Stunden, mit drei Gängen wird es mehr, und die Auflösung braucht Ruhe. Klären Sie vorher, bis wann Sie bleiben dürfen, sonst endet der Abend mitten im spannendsten Moment.
Darf ich eigenes Material und Deko mitbringen?+
Fragen Sie das explizit ab. Papier, Mappen und Namensschilder sind fast immer unproblematisch, bei Kerzen, Klebeband an Wänden und eigener Musik gehen die Hausregeln auseinander. Eine kurze Zusage per E-Mail erspart Diskussionen am Abend.
Brauche ich im Restaurant eine eigene Spielleitung?+
Ja. Unsere Krimidinner-Boxen sehen ohnehin eine Spielleitung vor, die nicht mitspielt. Im Lokal koordiniert sie zusätzlich Service, Gänge und Runden und hält den Zeitplan, denn dort gibt es mehr Unterbrechungen als am eigenen Esstisch.


