Der Kostümvorteil: Köln muss man nichts erklären
Die größte Hürde bei einem Krimidinner ist anderswo die Verkleidung. Die Hälfte der Gäste findet die Idee gut und die andere Hälfte peinlich, und am Ende sitzt ein halb kostümierter Tisch zusammen. In Köln stellt sich diese Frage schlicht nicht. Wer hier wohnt, hat spätestens nach zwei Sessionen eine Kiste mit Perücken, Hüten, Uniformjacken und Fransenkleidern im Keller, und das Verkleiden gehört zum Alltag wie anderswo der Grillabend. Das verändert den ganzen Abend: Deine Gäste kommen nicht zögernd, sondern in Rolle, sie sprechen schneller in ihrer Figur, und die ersten zwanzig Minuten Aufwärmzeit fallen weg. Nutz das und gib in der Einladung eine einfache Vorgabe, etwa ein Jahrzehnt oder eine Farbe, statt einer komplizierten Epochenbeschreibung. Frag außerdem im Freundeskreis nach dem Fundus, meist findet sich alles Nötige binnen eines Tages. Welche Fälle welches Zeitalter bespielen, siehst du in der Übersicht unter /krimidinner. Bitte trotzdem darum, dass niemand im Ganzkörperkostüm erscheint, denn Figuren müssen am Tisch erkennbar und vor allem ansprechbar bleiben.
Der Kölner Kalender: wann die Session im Weg steht
Zwischen dem 11. November und Aschermittwoch läuft in Köln ein Parallelprogramm, gegen das ein Krimidinner schwer ankommt. Ab Januar füllen Sitzungen, Bälle und Veedelszöch die Wochenenden, und in der Woche von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch brauchst du gar nicht erst zu fragen. Dafür gibt es zwei ausgezeichnete Zeitfenster. Das erste ist die Fastenzeit: Nach Aschermittwoch ist die Stadt plötzlich ruhig, viele nehmen sich bewusst zurück, und ein Abend zu Hause mit gutem Essen und einem Fall trifft genau die Stimmung. Das zweite liegt im Herbst, von Mitte September bis Anfang November, bevor die Session startet. Der Sommer ist schwieriger, weil die Rheinufer, die Biergärten und die Kölner Lichter im Juli jeden Innenraumtermin schlagen. Auch die Zeit zwischen den Jahren funktioniert gut, solange du nicht mit Silvester konkurrierst. Kündige den Termin vier Wochen vorher an, kölsche Kalender füllen sich früh und mündlich. Ein Samstag im Oktober und ein Freitag in der Fastenzeit sind die beiden Termine mit der höchsten Zusagequote, beide liegen weit genug von der Session entfernt.
Räume im Veedel: Brauhaus, Bürgerzentrum, Vereinsheim
Köln hat für Gruppen mehr Räume, als der erste Blick vermuten lässt. Die naheliegendste Adresse ist das Brauhaus: Viele Häuser in der Altstadt und in den Veedeln haben einen Saal oder ein Nebenzimmer im ersten Stock, das bei Verzehr ohne Raummiete vergeben wird, meist ab zehn bis fünfzehn Personen. Ruf beim Köbes oder direkt beim Wirt an und frag nach einem klaren Zeitfenster. Die zweite Möglichkeit sind die Bürgerzentren und Bürgerhäuser, die es in vielen Stadtteilen gibt und die Räume zu sozialen Preisen vermieten, teils mit Küche, Tischen und Stühlen. Drittens die Vereinsheime: Karnevalsgesellschaften, Sportvereine und Schützen haben Räume, die außerhalb der Session oft leer stehen. Und viertens Pfarrsäle, die in Köln häufig an Anwohner vergeben werden. In allen Fällen gilt: Frag nach einem zweiten Raum oder einer ruhigen Ecke, damit sich Verdächtige für ein Gespräch unter vier Augen zurückziehen können. Klär außerdem, ob ihr eigenes Essen mitbringen dürft, ob Geschirr vorhanden ist und wer am Ende abschließt, diese drei Fragen ersparen dir den meisten Ärger.
Zu Hause spielen: Wohnungen in Ehrenfeld, Nippes, Südstadt
Kölner Wohnungen sind im Schnitt kleiner als die in Leipzig oder Berlin, und viele Häuser stammen aus den fünfziger Jahren mit eher knappen Zimmern. Das ist kein Hindernis, es verlangt nur Planung. Stell zwei Tische zu einer Tafel zusammen, statt eine Sitzgruppe zu improvisieren, denn alle müssen sich sehen können. Räum eine Kommode frei, auf der die gefundenen Hinweise liegen bleiben, so ersetzt du ein Ermittlungsbrett. Nutz den Flur als zweiten Schauplatz für kurze Zweiergespräche, das reicht vollkommen. In Altbauvierteln wie der Südstadt, in Nippes oder in Ehrenfeld findest du dagegen Wohnungen mit Flügeltüren und hohen Decken, die ohne Deko auskommen. Denk in allen Fällen an die Nachbarn: Köln wohnt dicht, und ein Abend mit zehn lauten Verhören trägt weit. Kündige das Fest kurz im Treppenhaus an, leg die lauten Phasen vor 22 Uhr und halte danach das Nachgespräch in Zimmerlautstärke. Wer einen Balkon oder einen Hinterhof hat, nutzt ihn für den Empfang, dann beginnt der Abend draußen und zieht sich zum Essen nach innen zurück.
Köln als Kulisse: Klüngel, Dom und römische Funde
Für einen Fall mit lokalem Klang gibt es in Köln einen Begriff, der die halbe Arbeit erledigt: Klüngel. Das Geflecht aus Gefälligkeiten, alten Bekanntschaften und Posten, die untereinander vergeben werden, ist in dieser Stadt sprichwörtlich und liefert Motive, die jeder am Tisch sofort versteht. Ein Fall um eine Bauvergabe, einen Verein und ein Versprechen, das jemand nicht gehalten hat, funktioniert hier besser als jede fremde Geschichte. Das zweite Motiv ist die römische Vergangenheit: Köln war eine bedeutende römische Stadt, bei Bauarbeiten kommen bis heute Funde ans Licht, und ein verschwundenes Fundstück ist ein perfekter Aufhänger. Drittens die Medienstadt mit ihren Studios, Produktionsfirmen und Agenturen, in der Konkurrenz und Eitelkeit dicht beieinanderliegen. Und viertens, leichter und märchenhafter, die Heinzelmännchen, die nachts die Arbeit erledigten, bis jemand zu neugierig war. Für runde Geburtstage bauen wir solche Anspielungen auf Wunsch ein, mehr dazu unter /krimidinner-geburtstag. Als Requisit genügt ein alter Stadtplan oder eine Karte der Veedel, auf der die Gäste im Lauf des Abends ihre Verdachtsmomente eintragen.
Kosten, Anreise und Zeitplan in Köln
Gewerbliche Krimidinner in Kölner Restaurants und Hotels liegen meist zwischen achtzig und hundertzwanzig Euro pro Person, mit festem Menü und festem Ende. Unsere Fälle kosten je nach Gruppengröße zwischen 19,90 und 34,90 Euro, einmalig für die gesamte Runde, dazu kommen wenige Euro für den Druck. Es wird nichts verschickt: Du bekommst das PDF per E-Mail, druckst es aus und bist am selben Abend spielbereit. Beim Zeitplan hilft, dass viele KVB-Linien in den Nächten auf Samstag und Sonntag durchfahren und unter der Woche Nachtbusse verkehren. Rechne trotzdem großzügig, wenn Gäste aus Leverkusen, Bergisch Gladbach oder Bonn kommen, und nenn in der Einladung eine Uhrzeit für das Ende. Bewährt hat sich: 18.30 Uhr Ankunft, 19.15 Uhr Beginn, gegen 22.15 Uhr Abstimmung und Auflösung, danach ein ruhiger Ausklang. So kommt jeder ohne Taxi nach Hause. Wenn du in einer Sitzungswoche einlädst, rechne mit gesperrten Straßen und mit Bahnen, die anders fahren als sonst, und schreib den Hinweis direkt in die Einladung.
Häufige Fragen
Wann sollte man in Köln kein Krimidinner planen?+
Zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch und an den Sitzungswochenenden im Januar und Februar. In dieser Zeit ist praktisch jeder Kalender belegt. Die Fastenzeit und der Herbst vor dem 11. November funktionieren dagegen ausgezeichnet.
Wo finde ich in Köln einen Raum für zwanzig Personen?+
Im Saal eines Brauhauses, der bei Verzehr meist ohne Miete vergeben wird, in einem Bürgerzentrum mit sozialen Mietpreisen oder im Vereinsheim einer Karnevalsgesellschaft, das außerhalb der Session häufig frei ist. Frag vier Wochen vorher an.
Brauchen meine Gäste in Köln wirklich Kostüme?+
Nötig ist es nie, in Köln aber besonders leicht. Eine einfache Vorgabe wie ein Jahrzehnt oder eine Farbe genügt, und der vorhandene Karnevalsfundus erledigt den Rest. Ein Hut oder ein Schal reicht völlig, um eine Figur erkennbar zu machen.
Kann ich den Fall auch kurzfristig bekommen?+
Ja. Alle Fälle sind PDF-Dateien zum Selbstausdrucken, die du nach dem Kauf sofort per E-Mail erhältst. Es gibt keinen Versand. Rechne mit etwa zwanzig Minuten für den Druck und das Sortieren der Hinweise in beschriftete Umschläge.


