Kreuzviertel, WG-Küche und die Deele im Umland
Das Kreuzviertel ist für ein Krimidinner fast zu gut: Jugendstilhäuser um 1900, hohe Decken, Erker, Zimmerfluchten und Wohnungen, die heute oft von Wohngemeinschaften bewohnt werden. Eine Münsteraner WG-Küche mit einem Tisch für zwölf ist als Tatort brauchbarer als jeder gemietete Saal, weil alles schon da ist: Stühle, Geschirr, Platz für Hinweise auf der Anrichte. In der Altstadt wohnst du über den Bogengängen des Prinzipalmarkts, malerisch, aber meist zu knapp für große Runden, also plane dort einen Fall für sechs Personen. Die dritte und schönste Variante liegt vor der Stadt: In den Bauernschaften ringsum stehen Hofstellen, deren Diele als Wohnraum ausgebaut wurde. Ein solcher Raum mit langer Tafel, Balken und einer Tür, die in die Dunkelheit führt, ist die perfekte Kulisse für ein Landhausszenario. Frag im Bekanntenkreis nach, wer auf einem Hof aufgewachsen ist, denn solche Räume werden selten vermietet und fast immer verliehen, und ein Kasten Getränke als Dank ist dort üblich. Welche Fälle für welche Gruppengröße gebaut sind, steht bei jedem Szenario unter /krimidinner.
Pfarrheim, Schützenhalle, Kolpinghaus
Münster und das Münsterland sind dicht mit Räumen bestückt, die kaum jemand auf dem Schirm hat. An erster Stelle steht das Pfarrheim: Fast jede Gemeinde hat eines, mit Küche, Stühlen und einem Saal für dreißig bis achtzig Leute, und die Miete liegt häufig zwischen dreißig und achtzig Euro. Der zweite Weg ist die Schützenhalle, von denen es im Umland in jedem Dorf eine gibt. Für zehn Personen ist so eine Halle zu groß, doch viele Hallen haben einen Nebenraum, und außerhalb der Schützenfestsaison ist die Nachfrage gering. Dazu kommen Kolpinghäuser und Jugendherbergen mit Gruppenräumen, Bürgerhäuser und die Gemeinschaftsräume der Studierendenwohnheime. Für kleinere Runden funktionieren die Nebenzimmer der Kneipen im Kuhviertel und im Hansaviertel, oft kostenlos bei Verzehr. Klär dort vorher, ob am selben Abend Livemusik läuft, denn gegen eine Band im Nebenraum kommt keine Zeugenbefragung an. Wer einen Junggesellinnenabschied plant, findet in einer Ferienwohnung mit großem Tisch die ruhigere und deutlich günstigere Alternative zur Kneipentour, mehr dazu unter /krimidinner-jga.
Regen, Send und Semesterferien
Münster hat ungefähr an jedem zweiten Tag des Jahres Niederschlag, und das ist für einmal ein Argument: Ein Abendprogramm, das drinnen stattfindet, verbrennt hier keinen Sommertag. Trotzdem gibt es einen klaren Kalender. Von Oktober bis März findest du am leichtesten Gäste, besonders im November und im Februar. Dreimal im Jahr steht der Send auf dem Schlossplatz, jeweils rund zehn Tage im Frühjahr, im Sommer und im Herbst, dann ist ein großer Teil der Stadt dort unterwegs. Im August und September leeren sich die Viertel, weil Semesterferien sind und viele Studierende zu Hause bei den Eltern wohnen. Und der wichtigste Hinweis für eine Universitätsstadt: Am Wochenende fahren viele weg, weshalb der Donnerstagabend hier zuverlässiger funktioniert als der Samstag. Wer eine studentische Runde einlädt, setzt den Termin auf einen Donnerstag und beginnt früher, gegen 19 Uhr. Plane außerdem um die Prüfungswochen im Februar und im Juli herum, in denen selbst zuverlässige Gäste kurzfristig absagen. Bei gemischten Runden aus Studierenden und Berufstätigen fragst du den Termin am besten zweimal ab.
Münster als Fall: Verhandlungen, Zünfte und drei Käfige
Diese Stadt hat Kriminalgeschichte im Stadtbild stehen. Am Turm von Sankt Lamberti hängen bis heute drei eiserne Körbe, in denen im 16. Jahrhundert die Anführer des Täuferreichs zur Schau gestellt wurden, eine düstere und sofort wirksame Vorlage für einen historischen Fall. Das zweite Motiv liefert der Friedenssaal im Rathaus: Hier wurde über Jahre verhandelt, bis 1648 der Westfälische Friede geschlossen war, und in solchen Verhandlungen ging es um Vorrang, Titel, Sitzordnungen und die Frage, wer welchen Raum zuerst betreten darf. Ein Fall, der an einem Verhandlungstisch spielt, bei dem ein Dokument verschwindet, schreibt sich fast von selbst. Das dritte Motiv ist bürgerlicher: die Kaufmannshäuser am Prinzipalmarkt, ihre Giebel, ihre Erbfolgen und die Frage, wem ein Haus eigentlich gehört. Wähle die Epoche, die deine Gäste interessiert, der Ablauf des Abends bleibt derselbe. Für den Einstieg genügt ein Satz über den Ort, an dem der Fall spielt, den Rest erledigen die Charakterbögen. Wer es ganz leicht haben will, nimmt ein Szenario ohne historische Vorkenntnisse und verlegt es in ein Haus am Aasee.
Was ein Krimidinner in Münster kostet
Gewerbliche Krimidinner in Münsteraner Hotels und Restaurants liegen meist zwischen achtzig und hundertzwanzig Euro pro Person, Getränke oft extra. In einer Stadt mit vielen Studierenden ist das für die Hälfte der Gästeliste schlicht keine Option. Selbst ausgerichtet kostet der Fall je nach Gruppengröße 19,90 bis 34,90 Euro, einmalig für die ganze Runde und nicht pro Kopf, ein eigenständiger Detektiv-Fall 24,90 Euro. Der Druck eines kompletten Satzes liegt bei fünf bis acht Euro zu Hause, im Copyshop rund um die Universität bei zehn bis fünfzehn, und dort kennt man das Format gut. Wenn ihr die Kosten teilt, zahlt jeder Gast weniger als ein Getränk in der Altstadt. Das Essen planst du wie immer so, dass es im Ofen wartet, dann bleibst du während der Runden am Tisch statt in der Küche. Weil viele Gäste ohnehin einen Drucker in der WG haben, verteilt sich sogar dieser Posten. Sprich vorher ab, wer welche Seiten mitbringt, dann stehst du am Abend nicht allein am Gerät.
Anreise mit dem Rad, Nachtruhe und Zeitplan
Münster ist eine Fahrradstadt, und deine Gäste kommen mit der Leeze, auch im Regen und auch im Kostüm. Plane deshalb zwei Dinge ein: einen Platz für nasse Jacken und einen Hinweis in der Einladung, dass langes Abendkleid und Fahrrad selten gut zusammenpassen. Wer aus Telgte, Greven oder Warendorf kommt, sollte die letzte Regionalbahn kennen, denn der Takt wird am späten Abend deutlich dünner. Innerhalb der Stadt fahren Busse, in den Nächten auf Samstag und Sonntag zusätzlich die Nachtbusse vom Hauptbahnhof aus. Start um 19 Uhr und Ende gegen 23 Uhr passen hier besser als ein später Beginn, gerade unter der Woche. Der letzte Punkt betrifft die Nachbarn: In den Altbauten im Kreuzviertel hört man jedes laute Wort im Treppenhaus, und ab 22 Uhr gilt Nachtruhe. Leg die Verhöre davor und lass danach nur noch das ruhige Nachgespräch laufen. Spielt ihr in einem Pfarrheim, klär vorher, wer abschließt und wohin die Stühle zurückgehören, das wird dort genau genommen.
Häufige Fragen
Wo finde ich in Münster einen Raum für ein Krimidinner?+
Pfarrheime sind die naheliegendste Lösung, oft mit Küche und Saal für dreißig bis achtzig Euro. Dazu kommen Kolpinghäuser, Bürgerhäuser, Gemeinschaftsräume von Wohnheimen, Nebenzimmer im Kuhviertel und im Umland Schützenhallen mit Nebenraum.
Welcher Wochentag funktioniert in Münster am besten?+
Der Donnerstag. In einer Universitätsstadt fahren viele am Wochenende weg, und der Donnerstagabend ist der Abend, an dem alle da sind. Beginne dann gegen 19 Uhr, damit ihr vor Mitternacht bei der Auflösung seid.
Eignet sich ein Krimidinner für einen Junggesellinnenabschied?+
Ja, und es ist deutlich günstiger als eine Kneipentour. Ihr mietet eine Ferienwohnung mit großem Tisch, spielt den Fall in drei Runden und zieht danach weiter, falls noch jemand Lust hat. Der Fall kostet einmalig zwischen 19,90 und 34,90 Euro.
Wird das Material nach Münster geliefert?+
Nein, verschickt wird nichts. Du bekommst alles als PDF per E-Mail im Sofort-Download und druckst es selbst aus, zu Hause oder in einem der Copyshops rund um die Universität. Versandkosten und Wartezeit entfallen damit.


