Sandstein, Gostenhof und der Keller unter dem Haus
Nürnberg ist eine Stadt aus Sandstein, und das merkst du spätestens im Keller. Unter der Altstadt liegen die Felsengänge, ein Netz aus Gewölben, die seit dem Mittelalter direkt in den Burgsandstein geschlagen wurden, und auch viele Häuser außerhalb des Rings haben ein ungewöhnlich tiefes, kühles Untergeschoss. Wenn dein Haus so einen Keller hat, besitzt du den Raum für das Beweismaterial bereits, ohne ihn zu dekorieren: nackter Stein, eine Glühbirne, ein Tisch. Für den Hauptteil des Abends brauchst du oben trotzdem eine Tafel, an der alle gleichzeitig sitzen. Die Gründerzeitwohnungen in Gostenhof, St. Johannis und der Südstadt liefern das zuverlässig, meist mit zwei ineinandergehenden Zimmern, was für Vieraugengespräche ideal ist. In den Reihenhäusern in Langwasser, Zirndorf oder Schwabach übernimmt der Durchgang zwischen Esszimmer und Wintergarten dieselbe Aufgabe. Der Rest ist Licht: Deckenlampe aus, zwei Stehlampen und Kerzen an. Welcher Fall zu welcher Wohnungsgröße und Spielerzahl passt, steht bei jedem Szenario unter /krimidinner dabei.
Nebenzimmer, Kulturladen und Vereinsheim
Passt die Runde nicht in die Wohnung, ist Nürnberg erstaunlich gut ausgestattet. Der klassische Weg führt über die fränkische Wirtschaft: Viele Gaststätten in der Südstadt, in Wöhrd und in den Vororten haben ein Nebenzimmer, das sie ab acht bis zehn Personen kostenlos überlassen, wenn ihr dort esst. Ruf dienstags oder mittwochs am frühen Nachmittag an, dann hat die Wirtin Zeit für ein Gespräch, und frag gleich, ob ihr die Tische umstellen dürft. Der zweite Weg sind die Kulturläden und Stadtteilzentren, die es in fast jedem Viertel gibt und die Gruppenräume stundenweise vergeben, oft mit Küche und Stühlen für zwanzig Leute. Dazu kommen Pfarrsäle und die Vereinsheime der Sport- und Schützenvereine, die unter der Woche meist leer stehen und für zwanzig bis sechzig Euro an Mitglieder und deren Bekannte gehen. Von Mai bis September öffnen außerdem die Kleingartenvereine ihre Heime, davon hat Nürnberg über hundert. Sag bei der Anfrage dazu, dass ihr nicht laut feiert, sondern an einem Tisch sitzt und redet.
Christkindlesmarkt, Messe, Bardentreffen: der Kalender
Die Nürnberger Termine nehmen dir die Planung fast ab. Ab dem Freitag vor dem ersten Advent liegt der Christkindlesmarkt über der Stadt, und die Altstadt ist jeden Abend voll. Das spricht nicht gegen ein Krimidinner, im Gegenteil: Ein Abend an der eigenen Tafel ist das perfekte Gegenprogramm zu Glühwein im Gedränge, du solltest nur nicht ausgerechnet am Hauptmarkt einladen. Ende Januar kommt die Spielwarenmesse, dann sind die Hotels ausgebucht, die Straßenbahnen voll und viele Bekannte beruflich eingespannt. Die ruhigsten und damit besten Wochen liegen danach: Februar und März, wenn es früh dunkel wird und in der Stadt wenig läuft. Der Sommer ist die schwierigste Zeit, weil Rock im Park an Pfingsten, das Bardentreffen Ende Juli und das Klassik Open Air im Luitpoldhain die Wochenenden besetzen und ohnehin alle draußen sitzen. Willst du trotzdem im Juli spielen, nimm einen Freitag, fang später an und nutze Hof oder Balkon für den Empfang. Drei Wochen Vorlauf für die Einladung reichen hier zuverlässig.
Nürnberg als Fall: Patrizier, Werkstätten und ein Rezept
Kaum eine Stadt liefert so viel Stoff, ohne dass du etwas erfinden musst. Das erste Motiv ist die Handelsstadt der Dürerzeit: Patrizierfamilien wie die Tucher und die Imhoff, Fernhandel bis Venedig, Zünfte, Ratsherren und ein Rat, der jede Heirat und jedes Geschäft im Blick hatte. Erbschaft, Rang und ein verschwundener Handelsbrief ergeben sofort ein Motiv, das deine Gäste verstehen. Das zweite Motiv ist die Werkstatt: Nürnberg lebte jahrhundertelang von Feinmechanik, Zinn, Messing und später vom Spielzeug. Die Spielwarenmesse liefert die moderne Variante frei Haus, denn ein Prototyp, der kurz vor der Eröffnung aus einem Musterkoffer verschwindet, ist ein Fall, den jeder sofort begreift. Das dritte Motiv ist das bestgehütete Rezept der Stadt: Wer einmal gehört hat, wie ernst Lebkuchenbäcker ihre Gewürzmischungen nehmen, hält ein gestohlenes Rezeptbuch ohne Weiteres für ein Tatmotiv. Wähle die Welt, die deine Runde am besten kennt, dann diskutieren alle früher mit und fragen weniger nach Regeln.
Was ein Krimidinner in Nürnberg wirklich kostet
Gewerbliche Krimidinner in Nürnberger Hotels, Burgrestaurants und Eventräumen liegen je nach Haus zwischen achtzig und hundertdreißig Euro pro Person, Getränke häufig extra. Für zehn Leute bist du damit bei rund tausend Euro und bekommst einen festen Termin, ein festes Menü und einen Saal, in dem noch zwei andere Gruppen sitzen. Richtest du den Abend selbst aus, dreht sich die Rechnung um. Unsere Boxen kosten je nach Gruppengröße zwischen 19,90 und 34,90 Euro, einmalig für die ganze Runde und nicht pro Kopf, ein eigenständiger Detektiv-Fall liegt bei 24,90 Euro. Dazu kommt der Druck: Ein kompletter Satz Charakterbögen und Hinweise kostet dich zu Hause etwa fünf bis acht Euro, im Copyshop rund um die Uni eher zehn bis fünfzehn. Das Essen hättest du ohnehin gekocht, und ein Schäufele mit Klößen im Ofen passt zeitlich perfekt zu drei Spielrunden. Unterm Strich zahlst du pro Person einen Bruchteil des Anbieterpreises. Wie Download und Ausdruck ablaufen, steht unter /krimidinner-zum-ausdrucken.
Anreise, Nachtruhe und der richtige Startzeitpunkt
Nürnberg ist kompakt, aber deine Gäste kommen aus Fürth, Erlangen und Schwabach, und der Verkehrsverbund taktet abends deutlich dünner als tagsüber. Plane deshalb nicht mit 18 Uhr, sondern mit 19 Uhr Ankunft und einem echten Start um 19.30 Uhr, sonst wartet die halbe Runde noch am Plärrer. Praktisch ist die U-Bahn, die in den Nächten auf Samstag und Sonntag durchfährt, unter der Woche übernehmen die Nachtbusse ab Hauptbahnhof und Rathenauplatz. Wer aus dem Umland kommt, sollte die letzte S-Bahn kennen, bevor das zweite Glas eingeschenkt wird. Der zweite Punkt ist die Lautstärke. In einem Altbau in Gostenhof trägt jedes laute Wort durch den Lichthof, und ab 22 Uhr gilt Nachtruhe. Leg die lauteste Phase, also Verhöre und Abstimmung, bewusst davor und lass danach nur noch das ruhige Nachgespräch laufen. Ein Abend, der um 19.30 Uhr beginnt und gegen 23 Uhr endet, bringt alle nach Hause und ärgert niemanden im Haus. Ein Zettel im Treppenhaus zwei Tage vorher wirkt Wunder.
Häufige Fragen
Wo finde ich in Nürnberg einen Raum für ein Krimidinner?+
Am günstigsten ist das Nebenzimmer einer fränkischen Wirtschaft, das viele Wirte bei Verzehr ab acht bis zehn Personen kostenlos überlassen. Dazu kommen Kulturläden und Stadtteilzentren, Pfarrsäle und Vereinsheime für zwanzig bis sechzig Euro sowie im Sommer die Kleingartenvereine.
Wann ist die beste Zeit für ein Krimidinner in Nürnberg?+
Februar und März sind ideal, ebenso der November. Im Advent funktioniert der Abend als ruhiges Gegenprogramm zum Christkindlesmarkt. Meide die Woche der Spielwarenmesse Ende Januar und die Sommerwochenenden mit Bardentreffen oder Klassik Open Air.
Wird die Krimidinner-Box nach Nürnberg geliefert?+
Nein, es wird nichts verschickt. Du bekommst deinen Fall als PDF per E-Mail im Sofort-Download und druckst Charakterbögen und Hinweise selbst aus. Das klappt auch dann noch, wenn du erst am Vortag entscheidest, dass gespielt wird.
Reicht eine kleine Nürnberger Altbauwohnung für ein Krimidinner?+
Ja. Entscheidend ist allein, dass alle gleichzeitig an einem Tisch sitzen und sich sehen. Unter fünfzig Quadratmetern wählst du einen Fall für vier bis sechs Personen, und der Keller wird zur Ablage für Hinweise, die erst später auftauchen sollen.


