Südstadt, Poppelsdorf, Bad Godesberg
Die Bonner Südstadt ist eines der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Deutschlands, und für ein Krimidinner heißt das: Deckenhöhen um dreieinhalb Meter, Stuck, Doppelflügeltüren zwischen Salon und Esszimmer und Treppenhäuser, in denen jeder Schritt hallt. Wenn deine Wohnung dort liegt, brauchst du an Kulisse nichts weiter als Kerzen und eine ausgeschaltete Deckenlampe. In Poppelsdorf und in der Altstadt sind die Wohnungen kleiner, dafür sitzt ihr dichter beieinander, was einem Fall für sechs bis acht Personen sogar hilft. Bad Godesberg liefert die dritte Variante: Villen und große Etagenwohnungen aus der Zeit, als hier mehr Botschaften als Hotels standen, oft mit Empfangsflur, Garten und einem Salon, der sich anfühlt wie ein Bühnenbild. Wichtiger als die Adresse bleibt der zweite Raum, in den sich zwei Verdächtige zurückziehen können. Prüf außerdem, ob deine Tafel wirklich für alle reicht, denn ein hoher Altbau täuscht leicht über die tatsächliche Zahl der Sitzplätze hinweg. Welcher Fall zu welcher Wohnungsgröße und Gästezahl passt, steht bei jedem Szenario unter /krimidinner.
Gemeindesaal, Bürgerverein und WG-Küche
Für größere Runden ist Bonn gut versorgt. Der günstigste Weg führt über die Gemeindesäle: Fast jede Pfarrei und jede Kirchengemeinde vermietet einen Saal mit Küche und Stühlen, häufig für dreißig bis achtzig Euro pro Abend. Der zweite Weg geht über die Bürgervereine und Bürgerhäuser der Ortsteile, die Gruppenräume vergeben und dabei Vereinsmitglieder bevorzugen, was sich oft mit einem Anruf klären lässt. Dazu kommen die Nebenzimmer der Brauhäuser und Kneipen in der Altstadt und in Kessenich, die bei Verzehr ab acht bis zehn Personen kostenlos überlassen werden. Und dann ist da die Universität mit ihren Zehntausenden Studierenden: In Bonner Wohngemeinschaften stehen Küchentische, an denen zwölf Leute sitzen, und wer einmal dort gespielt hat, weiß, dass eine WG-Küche für ein Krimidinner mehr taugt als jeder gemietete Saal. Ruf überall zwei bis drei Wochen vorher an, Abendtermine sind schnell vergeben. Frag beim Gemeindesaal gleich nach Geschirr und Herd, denn beides spart dir zwei Fahrten und viel Verpackung, und in vielen Häusern gehört es zur Miete dazu.
Karneval, Kirschblüte, Pützchens Markt: der Kalender
Der Bonner Kalender ist voller als der vieler Nachbarstädte, und das musst du einplanen. Von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch ist die Stadt im Karnevalsmodus, danach jedoch kippt die Stimmung schlagartig, und zwischen Aschermittwoch und Ostern hat plötzlich jeder Zeit. Diese Wochen sind das beste Fenster des Jahres. Im April kommt die Kirschblüte in der Altstadt, und für etwa zehn Tage ist das Viertel voller Besucher, was einen Abend in genau diesen Straßen mühsam macht. Der Mai gehört dem Rhein, der September dem Beethovenfest und Pützchens Markt, und im Sommer sitzt die halbe Stadt in der Rheinaue. Bleiben der Spätherbst und der Winter, in denen es früh dunkel wird und ein Abend mit Kerzenlicht die naheliegendste Idee ist. Verschick die Einladung drei Wochen vorher, in Bonn sind Kalender erstaunlich früh belegt. Ein Dienstag- oder Donnerstagabend funktioniert hier übrigens fast so gut wie das Wochenende, weil viele Gäste beruflich pendeln und freitags erst spät zurück sind. Plane dann mit einem Start um 19 Uhr.
Bonn als Fall: Botschaftsempfang und ein fehlendes Blatt
Kaum ein Ort liefert einen so passenden Rahmen für ein Krimidinner wie ein Empfang. Bonn war fünfzig Jahre lang Regierungssitz, und in Bad Godesberg drängten sich Residenzen, Vertretungen und Häuser, in denen abends über Dinge gesprochen wurde, die tagsüber nicht auf dem Papier standen. Ein Fall, der an einem solchen Empfang spielt, gibt dir alles, was du brauchst: einen geschlossenen Raum, Menschen mit Titeln, ein Protokoll, das Rang und Sitzordnung regelt, und Gäste, die berufsmäßig ausweichend antworten. Das zweite Motiv ist die Musik. In dieser Stadt wurde Beethoven geboren, sein Geburtshaus ist bis heute Archiv und Museum, und ein Notenblatt, das einmal existiert haben soll, ist ein Motiv, das ohne Erklärung funktioniert. Wenn deine Runde Namen und Anspielungen aus dem eigenen Umfeld im Fall wiederfinden soll, lässt sich ein Szenario auch auf eure Gruppe zuschneiden, und schon zwei oder drei vertraute Details genügen, damit alle am Tisch aufmerksam werden. Achte dabei nur darauf, dass niemand vorgeführt wird.
Kosten und passende Anlässe
Gewerbliche Krimidinner in Bonner Hotels und Restaurants liegen meist zwischen fünfundachtzig und hundertzwanzig Euro pro Person, Getränke oft extra. Bei zehn Gästen bist du damit über tausend Euro, bekommst einen fremden Zeitplan und ein festes Menü. Selbst ausgerichtet kostet der Fall je nach Gruppengröße 19,90 bis 34,90 Euro einmalig für die ganze Runde, ein Detektiv-Fall 24,90 Euro, dazu fünf bis acht Euro Druck zu Hause oder zehn bis fünfzehn im Copyshop. Damit bleibt Budget für das, was wirklich zählt, nämlich gutes Essen und Zeit. Die häufigsten Anlässe in Bonn sind runde Geburtstage, Abschiede von Kolleginnen und Kollegen, die versetzt werden, und Familienfeste, bei denen sich drei Generationen an einen Tisch setzen. Gerade der Abschied funktioniert gut, weil eine Rolle den Abend trägt und niemand eine Rede halten muss. Auch der Abend vor einer Hochzeit funktioniert gut, wenn beide Familien sich noch kaum kennen. Wie du das aufbaust, ohne das Brautpaar zu überfordern, steht unter /krimidinner-hochzeit.
Anreise, Nachtruhe und Zeitplan
Bonn ist klein genug, dass niemand lange unterwegs ist, aber viele deiner Gäste kommen aus Köln, aus dem Siebengebirge oder aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Die Stadtbahnlinien 16 und 18 verbinden Bonn mit Köln, die 66 fährt nach Siegburg und Bad Honnef, und beide sind bis in die Nacht nutzbar, allerdings mit deutlich größeren Abständen nach Mitternacht. Sag deinen Gästen deshalb in der Einladung gleich, dass der Abend gegen 23 Uhr endet, dann plant jeder seine Rückfahrt selbst. Start um 19.30 Uhr, Ankunft ab 19 Uhr, das hat sich bewährt. Der zweite Punkt ist das Haus: Südstadtaltbauten sind schön und hellhörig zugleich, und ab 22 Uhr gilt Nachtruhe. Verhöre und Abstimmung gehören davor, danach bleibt das Nachgespräch. Wenn du in einem Gemeindesaal spielst, klär vorher, wer abschließt und bis wann aufgeräumt sein muss, das ist dort verbindlicher als alles andere. Ein kurzer Hinweis an die Nachbarn zwei Tage vorher gehört im Altbau ohnehin dazu und erspart dir jede Diskussion im Treppenhaus.
Häufige Fragen
Wo finde ich in Bonn einen Raum für ein Krimidinner?+
Gemeindesäle sind der günstigste Weg, meist für dreißig bis achtzig Euro inklusive Küche. Dazu kommen Bürgerhäuser der Ortsteile, Nebenzimmer von Brauhäusern bei Verzehr und für kleinere Runden schlicht eine große WG-Küche.
Welche Termine sollte ich in Bonn meiden?+
Die Karnevalstage von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch, die zehn Tage der Kirschblüte in der Altstadt und die Wochenenden von Pützchens Markt und Beethovenfest. Ideal sind dagegen die Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern sowie der Spätherbst.
Eignet sich ein Krimidinner für den Abend vor einer Hochzeit?+
Ja, gerade wenn sich die beiden Familien kaum kennen. Die Rollen ignorieren, wer zu wem gehört, und nach einer halben Stunde reden alle miteinander. Wähle einen Fall mit klarer Struktur und plane die Auflösung deutlich vor Mitternacht.
Bekomme ich etwas nach Bonn zugeschickt?+
Nein, es wird nichts verschickt. Der komplette Fall kommt als PDF per E-Mail im Sofort-Download, und du druckst Charakterbögen und Hinweise selbst aus. Damit entfallen Versandkosten und Wartezeit vollständig.



