Erst prüfen: welche Rolle fällt überhaupt weg?
Bevor Sie irgendetwas ändern, schauen Sie in den Leitfaden, den Sie mit Ihrem Zugangscode online öffnen. Dort ist vermerkt, welche Figuren tragend sind und welche Sie bei einer kleineren Runde weglassen können, ohne dass die Handlung bricht. Jede Box ist für 6 bis 12 Spieler gebaut und enthält alle zwölf Figuren, eine Absage ist also im Grunde nur eine kleinere Runde. Fällt eine der verzichtbaren Figuren aus, ist der Fall in zwei Minuten erledigt: Sie nehmen den Bogen aus dem Stapel und folgen den Angaben des Leitfadens. Notieren Sie sich dabei kurz, wer nun was weiß, sonst suchen Sie in Akt 2 danach. Wichtig ist nur eine Regel: Hinweise verschwinden nie, Figuren schon. Jeder Hinweis, der zur Lösung führt, muss im Spiel bleiben, sonst kann die Runde den Fall nicht knacken. Nehmen Sie sich dafür zehn Minuten am Nachmittag, nicht fünf Minuten vor dem Ankommen der ersten Gäste. Sinkt die Runde unter sechs Personen, lesen Sie weiter unten, was dann die bessere Wahl ist.
Die drei Notfallpläne
Plan A ist das Streichen: Die Figur war nie da, fertig. Das ist die sauberste Lösung, wenn der Leitfaden die Rolle für kleinere Runden als verzichtbar nennt. Plan B ist das Zusammenlegen: Eine anwesende Figur übernimmt zusätzlich das Wissen der fehlenden, zum Beispiel „Der Butler war an diesem Abend auch für die Bibliothek zuständig“. Das funktioniert gut, wenn beide Figuren im selben Umfeld arbeiten, und es hält alle Hinweise im Spiel. Plan C ist die Abwesenheit als Teil der Geschichte: Die Figur existiert, ist aber verreist, krank oder verschwunden, und die Spielleitung beantwortet Fragen zu ihr anhand des Bogens. Diese Variante ist erstaunlich wirkungsvoll, denn eine abwesende Person wirkt automatisch verdächtig und sorgt für Gesprächsstoff. Entscheiden Sie sich für einen Plan und ziehen Sie ihn durch, statt mitten im Abend die Version zu wechseln. Eine Übersicht aller Boxen finden Sie im Katalog der Krimidinner-Boxen. Notieren Sie die gewählte Variante auf einem Zettel neben Ihrem Platz, damit Sie sie im Eifer des Abends nicht vergessen.
Der Sonderfall: die Täterfigur fehlt
Das klingt nach Katastrophe und ist der einfachste Fall von allen, solange Sie die Absage vor dem Spielbeginn erfahren. Sie ziehen schlicht den Charakterbogen der Täterfigur aus dem Stapel und geben ihn einem anderen Gast, dessen Rolle Sie dafür streichen oder zusammenlegen. Die Lösung des Falls bleibt exakt dieselbe, nur sitzt der Täter an einem anderen Platz. Verteilen Sie die Bögen in so einem Fall erst an der Tür und nicht vorab per E-Mail, sonst muss jemand seine Rolle tauschen und weiß dann zu viel. Sagt der Gast dagegen erst ab, nachdem der Bogen schon verschickt war, gibt es eine elegante Notlösung: Die Figur wird zum flüchtigen Verdächtigen, die Spielleitung übernimmt ihre Aussagen, und die Runde ermittelt gegen eine Person, die nicht am Tisch sitzt. Kündigen Sie das als Teil der Geschichte an, dann merkt niemand etwas von der Improvisation. Sagen Sie der Runde in diesem Fall nichts von der Änderung, sie würde die Ermittlung nur in eine falsche Richtung lenken.
Wenn plötzlich jemand mehr kommt
Der umgekehrte Fall passiert genauso oft: Jemand bringt den neuen Freund mit, oder der Kollege, der abgesagt hatte, steht doch vor der Tür. Auch dafür gibt es drei Wege. Erstens: Solange Sie unter zwölf Spielern bleiben, liegt die passende Figur bereits im PDF, Sie drucken den Bogen einfach aus und prüfen im Leitfaden, welche Figur als nächste dazukommt. Zweitens: Die Person unterstützt die Spielleitung, hilft beim Verteilen der Hinweise und führt Protokoll, was bei großen Runden echte Arbeit ist. Drittens: Zwei Personen teilen sich eine Figur als Paar, etwa als Ehepaar, Geschäftspartner oder Assistentin der Hauptfigur. Beide lesen denselben Bogen und dürfen sich absprechen, das ist für schüchterne Gäste sogar angenehmer. Wer gar nicht mitspielen will, bekommt die Rolle des Kommissars, der am Ende die Abstimmung leitet. Was Sie in keinem Fall tun sollten: zwei Personen heimlich dieselbe Figur geben. Doppelte Rollen machen die Auflösung unlösbar und fallen spätestens im zweiten Akt auf. Fragen Sie im Zweifel kurz nach, ob die zusätzliche Person überhaupt mitspielen will, statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Die Ansage am Tisch
Erklären Sie die Änderung kurz und im Ton der Geschichte, nicht als organisatorische Panne. Ein Satz reicht: „Madame Rochefort hat den letzten Zug genommen und ist heute Abend nicht im Haus, ihre Aussage liegt schriftlich vor.“ Damit weiß die Runde Bescheid, und niemand sucht den ganzen Abend nach einer Figur, die es nicht gibt. Wichtig ist, dass Sie diese Ansage machen, bevor Akt 1 beginnt, denn nichts verwirrt eine Gruppe mehr als eine Rolle, die in den Hinweisen auftaucht, aber nie erscheint. Wenn Sie Hinweise umverteilt haben, sagen Sie außerdem keinem Spieler, warum er mehr weiß als geplant. Am Ende, bei der Auflösung, können Sie es erzählen: Solche Anekdoten gehören zu jedem guten Abend dazu. Und falls sich die Absagen häufen und am Ende nur noch vier oder fünf Personen übrig sind, ist ein Detektiv-Fall die bessere Wahl: Er kommt ohne Rollenverteilung aus und ist je nach Titel für ein bis sechs oder sieben Ermittler gedacht.
Vorbeugen: was Sie bei der Planung beachten
Ein paar Entscheidungen im Vorfeld nehmen Ihnen den Stress fast vollständig. Fragen Sie die Gästezahl verbindlich ab und rechnen Sie mit einer Absage, das ist der Erfahrungswert. Bei unseren Boxen müssen Sie dafür nichts vorab festlegen: Das PDF enthält alle zwölf Figuren, und der Preis von 29,90 € gilt für jede Runde zwischen 6 und 12 Spielern. Verschicken Sie die Charakterbögen erst, wenn die Runde steht, und im Zweifel lieber am Vortag als eine Woche vorher. Lesen Sie die Angaben des Leitfadens zu kleineren Runden einmal vor dem Abend, damit Sie im Ernstfall nicht suchen müssen, und markieren Sie sich die Figuren, die wegfallen können. Drucken Sie schließlich einen Ersatzsatz der wichtigsten Hinweise: Er hilft nicht nur bei Absagen, sondern auch, wenn ein Umschlag im Chaos verschwindet. Notieren Sie sich außerdem die Telefonnummern aller Gäste an einer Stelle. Wer zwei Stunden vorher absagt, schreibt das erfahrungsgemäß einer Person aus der Gruppe, und die Spielleitung erfährt es als Letzte. Mit diesen fünf Minuten Vorbereitung wird aus einer Absage eine Randnotiz statt eines Problems.
Häufige Fragen
Kann ich eine Rolle einfach weglassen?+
Ja, sofern der Leitfaden sie für kleinere Runden als verzichtbar nennt. Nehmen Sie den Bogen aus dem Stapel und folgen Sie den Angaben im Leitfaden. Die Regel lautet: Figuren dürfen verschwinden, Hinweise nie.
Was mache ich, wenn ausgerechnet der Täter absagt?+
Geben Sie den Charakterbogen der Täterfigur einem anderen Gast und streichen Sie dessen ursprüngliche Rolle. Die Auflösung bleibt unverändert. Verteilen Sie die Bögen deshalb erst am Abend selbst, wenn Sie kurzfristige Absagen erwarten.
Und wenn spontan eine Person mehr kommt?+
Bis zwölf Spieler drucken Sie einfach eine weitere Figur aus, alle zwölf sind im PDF enthalten. Alternativ teilen sich zwei Gäste eine Figur als Paar, oder die Person unterstützt die Spielleitung beim Verteilen der Hinweise.
Brauche ich für mehr Gäste eine andere Box?+
Nein. Jede Box kostet 29,90 € und deckt 6 bis 12 Spieler ab, Sie wählen beim Kauf keine Gruppengröße. Für mehr als zwölf Spieler schreiben wir ein Krimidinner nach Maß, 349 € für bis zu 20 Spieler.


