Anleitungen25. August 2026·7 Min. Lesezeit

Zeitplan: wie lange jeder Akt wirklich dauert

Die Frage, wie lange ein Krimidinner dauert, wird fast immer zu knapp beantwortet. Unsere Boxen sind auf rund drei Stunden Spiel angelegt, doch zwischen dem ersten Klingeln an der Tür und dem Moment, in dem der Name des Täters fällt, vergehen mit Ankommen und Servieren realistisch dreieinhalb bis vier Stunden. Diese Zeit verteilt sich sehr ungleich auf die einzelnen Abschnitte. Hier bekommen Sie einen Zeitplan mit echten Minutenangaben, gegen den Sie Ihren eigenen Abend prüfen können. Dazu die Stellen, an denen Sie kürzen dürfen, ohne dass es jemand merkt.

Zeitplan: wie lange jeder Akt wirklich dauert

Die Gesamtrechnung: dreieinhalb bis vier Stunden

Ein Krimidinner für acht Personen, das um neunzehn Uhr beginnt, endet in der Regel gegen dreiundzwanzig Uhr. Aufgeteilt sieht das so aus: dreißig Minuten Ankunft und Rollenfindung, dann drei Akte von je fünfunddreißig bis fünfundvierzig Minuten, dazwischen zweimal zehn Minuten Pause fürs Servieren, und am Ende dreißig Minuten für Abstimmung, Auflösung und Nachgespräch. Zusammen sind das ungefähr drei Stunden Spiel plus das, was Gastgeberrunden immer unterschätzen: das Ankommen. Die Faustregel für die Planung lautet, jede Ihrer ersten Schätzungen um zwanzig Prozent zu erhöhen. Größere Gruppen brauchen mehr: Was zu acht in zwei Stunden läuft, dauert zu zwölft eher drei, weil jede Aussage länger braucht, bis sie am ganzen Tisch angekommen ist. Kleine Runden von sechs Personen sind dagegen schneller. Sagen Sie Ihren Gästen bei der Einladung ehrlich, wie lange der Abend dauert. Wer glaubt, in zwei Stunden wieder zu Hause zu sein, schaut ab halb elf auf die Uhr. Alle Geschichten mit Seitenzahl und Zahl der Beweisstücke finden Sie im Katalog der Krimidinner-Boxen.

Ankunft und Rollenfindung: 30 Minuten

Die halbe Stunde zwischen Klingeln und Mordverkündung ist die am häufigsten gestrichene und gleichzeitig die wichtigste. In dieser Zeit passiert etwas, das sich nicht abkürzen lässt: Ihre Gäste hören auf, sie selbst zu sein, und werden zu ihren Figuren. Geben Sie jedem beim Eintreffen noch einmal seinen Charakterbogen in die Hand, auch wenn er ihn vorher per E-Mail bekommen hat, und stellen Sie ein Getränk bereit. Dann lassen Sie die Runde einfach reden. Wer möchte, stellt sich in der Rolle vor, mehr braucht es nicht. Eine kleine Struktur hilft trotzdem: Bitten Sie jeden Gast, in den ersten zehn Minuten mit mindestens zwei anderen Figuren gesprochen zu haben. Rechnen Sie mit fünfzehn Minuten Verspätung bei einem Teil der Gruppe, das ist normal und kein Grund, den Start zu verschieben. Verkünden Sie den Mord aber erst, wenn wirklich alle da sind, sonst fehlt einem Gast der Anfang des ganzen Falls. Nutzen Sie diese halbe Stunde außerdem, um selbst anzukommen und den Leitfaden im Portal auf Ihrem Tablet zu öffnen. Wenn Sie bis zur letzten Minute in der Küche stehen, überträgt sich Ihre Hektik auf den ganzen Tisch.

Akt eins: 30 bis 40 Minuten

Der erste Akt gehört den Vorstellungen. Jede Figur sagt, wer sie ist, in welchem Verhältnis sie zum Opfer stand, und gibt eine Information über sich preis. Bei acht Personen dauert das mit Rückfragen etwa fünfundzwanzig Minuten, und genau hier läuft der Zeitplan am häufigsten aus dem Ruder, weil die ersten zwei Gäste ausführlich erzählen und die letzten drei dann hetzen müssen. Setzen Sie deshalb eine weiche Grenze: zwei Minuten pro Figur für die Vorstellung, danach ist die Runde offen. Anschließend bleiben zehn bis fünfzehn Minuten für die ersten freien Gespräche, bevor Sie den ersten Hinweis ausgeben. Achten Sie in diesem Akt besonders darauf, dass jeder einmal gesprochen hat. Wer im ersten Akt nichts gesagt hat, sagt erfahrungsgemäß den ganzen Abend nichts mehr. Der erste Akt ist außerdem die beste Stelle zum Kürzen: Wenn Sie im Verzug sind, geben Sie den ersten Hinweis einfach fünf Minuten früher aus. Eine Eieruhr oder ein stummer Timer auf dem Handy hilft Ihnen hier mehr als jeder Vorsatz, weil die Zeit im Gespräch schneller vergeht, als man es am Tisch bemerkt.

Akt zwei und drei: je 35 bis 45 Minuten

Im zweiten Akt wird ermittelt, im dritten wird es ernst, und beide Akte folgen derselben inneren Struktur: Hinweis ausgeben, zehn Minuten freie Gespräche, gezielte Verhöre, Zwischenstand. Der zweite Akt ist meist der längste, weil hier die meisten neuen Informationen ins Spiel kommen und die Gruppe ihre ersten Theorien bildet. Planen Sie dafür fünfundvierzig Minuten und seien Sie nicht überrascht, wenn es fünfzig werden. Der dritte Akt darf dagegen straffer sein: Die belastenden Dokumente kommen auf den Tisch, jede Figur bekommt Gelegenheit zu einer letzten Aussage, und Sie steuern sichtbar auf die Abstimmung zu. Kündigen Sie diesen Übergang laut an, etwa mit dem Satz, dass die Ermittlung in zehn Minuten geschlossen wird. Das erzeugt genau den Druck, der die besten Momente des Abends produziert, weil plötzlich alle ihre Trümpfe ausspielen, die sie bis dahin zurückgehalten haben. Achten Sie im zweiten Akt besonders auf die Getränke, denn das ist der längste Block ohne Unterbrechung. Eine Karaffe auf dem Tisch erspart Ihnen drei Gänge in die Küche und damit drei Löcher in Ihrer Moderation.

Abstimmung und Auflösung: 30 Minuten, die stehen bleiben

Diese letzten dreißig Minuten sind der einzige Block im ganzen Zeitplan, den Sie unter keinen Umständen kürzen sollten. Fünf bis zehn Minuten braucht die Abstimmung, wenn jede Figur ihren Verdächtigen nennt und in zwei Sätzen begründet. Fünf bis acht Minuten dauert das Vorlesen der Auflösung, die Sie bei unseren Boxen online im Portal öffnen. Der Rest gehört dem Nachgespräch, in dem sich alle gegenseitig erzählen, wer wann gelogen hat, und dieser Teil ist für viele Gäste der Höhepunkt des Abends. Wenn Sie merken, dass es eng wird, nehmen Sie die Zeit aus dem dritten Akt, nicht aus dem Schluss. Ein Abend, der nach einem gehetzten Ende aufhört, fühlt sich unfertig an, auch wenn alles davor gut lief. Sorgen Sie außerdem dafür, dass der Nachtisch vor der Abstimmung auf dem Tisch steht, damit während der Auflösung niemand mehr aufsteht. Wenn Ihre Runde größer als zehn Personen ist, rechnen Sie für die Abstimmung fünf Minuten mehr, weil jede zusätzliche Figur eine Begründung liefert. Bei zwölf Gästen sind die dreißig Minuten schnell vierzig, und auch die sollten Sie einplanen statt kürzen.

Wenn Sie zurückliegen: drei Notbremsen

Erstens: Hinweise früher ausgeben. Das ist der schnellste Hebel überhaupt, weil jeder neue Hinweis das Gespräch von Wiederholungen weg und auf ein konkretes Thema lenkt. Zweitens: Verhöre auf Zeit stellen. Statt frei zu diskutieren, bekommt jede Figur zwei Minuten, in denen sie von genau zwei anderen befragt wird, während der Rest zuhört. Das spart bei größeren Runden bis zu zwanzig Minuten und ist für den Tisch spannender als endloses Durcheinanderreden. Drittens: einen Gang zusammenlegen. Wenn Hauptgang und Nachtisch gemeinsam auf den Tisch kommen, sparen Sie eine komplette Servierpause. Was Sie dagegen nicht tun sollten: Akte streichen oder die Auflösung ins Türgespräch verlegen. Und wenn Sie einen Abend mit fester Endzeit planen, etwa eine Geburtstagsfeier mit anschließendem Tanz, wählen Sie von vornherein eine kürzere Geschichte: Mitternacht auf Sendung ist in zwei bis zweieinhalb Stunden gespielt. Ein letzter Hinweis zur Ehrlichkeit mit sich selbst: Fast jeder Abend liegt irgendwann zwanzig Minuten hinter dem Plan, und das ist völlig normal. Entscheidend ist nur, wo Sie diese Zeit wieder hereinholen. Weitere Vorschläge finden Sie unter Krimidinner zum Geburtstag.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Krimidinner insgesamt?+
Unsere Boxen sind auf rund drei Stunden Spiel angelegt. Mit Ankommen, Servieren und Nachgespräch sollten Sie bei acht Personen dreieinhalb bis vier Stunden einplanen, bei zwölf Gästen eher etwas mehr.
Kann ich ein Krimidinner unter der Woche spielen?+
Ja, wenn Sie früher anfangen und das Essen komplett vorbereitet ist. Ein Abend von achtzehn bis zweiundzwanzig Uhr funktioniert gut, wenn Sie die Vorstellungsrunde straff halten. Mitternacht auf Sendung ist mit zwei bis zweieinhalb Stunden die kürzeste unserer Geschichten.
Was mache ich, wenn Gäste zu spät kommen?+
Warten Sie mit der Mordverkündung, aber nicht mit dem Empfang. Wer später kommt, bekommt seinen Charakterbogen an der Tür und steigt in die laufende Vorstellungsrunde ein. Nach der Verkündung einzusteigen ist dagegen schwierig.
Wie lange dauert der eigentliche Fall ohne Essen?+
Rund drei Stunden, das Essen läuft parallel. Genau deshalb koppelt man die Akte an die Gänge: So laufen Essen und Ermittlung gleichzeitig statt nacheinander, und der Abend wird nicht unnötig lang.

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