Schietwetter als Verbündeter: die Hamburger Saison
Hamburg hat zwischen Oktober und März verlässlich das Wetter, für das ein Krimidinner erfunden wurde. Nieselregen an der Fensterscheibe, früh einsetzende Dunkelheit und ein Wind, der jedes Draußenprogramm erledigt, sorgen dafür, dass Gäste gerne zusagen und noch lieber bleiben. Die stärksten Monate sind November, Januar und Februar: Die Feiertage sind vorbei oder noch fern, niemand ist im Urlaub, und ein Abend mit Kerzen und einem Fall auf dem Tisch ist genau das, was fehlt. Ab Mai dreht sich die Stadt nach draußen, an die Alster, an den Elbstrand und in die Schanze, und ein Termin am Samstagabend wird schwerer. Rund um den Hafengeburtstag im Mai und das Alstervergnügen brauchen Sie gar nicht erst zu fragen. Im Dezember konkurrieren Sie mit Weihnachtsfeiern, dafür ist die Zeit zwischen den Jahren ideal. Verschicken Sie die Einladung drei Wochen vorher und nennen Sie ein Ende, dann planen Ihre Gäste den Abend als Ganzes ein. Welche Boxen es gibt, sehen Sie in der Übersicht der Krimidinner-Boxen: fünf Szenarien, jedes für sechs bis zwölf Personen.
Altbau, Hinterhaus und der lange Flur
Die klassische Hamburger Altbauwohnung in Eimsbüttel, Ottensen, Eppendorf oder im Grindelviertel ist ein guter Tatort, weil sie einen langen Flur hat, von dem mehrere Zimmer abgehen. Genau das brauchen Sie: einen Raum für den Tisch, einen zweiten für vertrauliche Gespräche und einen Flur, auf dem man sich zufällig begegnet. Stuck, Kastendoppelfenster und Dielen liefern die Stimmung mit. In den Terrassen- und Hinterhäusern, die in vielen Vierteln hinter der Straßenbebauung liegen, kommt ein zweiter Vorteil dazu: Der Weg über den Hof zur Wohnungstür ist bereits ein Auftritt. Achten Sie auf zwei praktische Dinge. Erstens die Hellhörigkeit: Altbauten übertragen Stimmen nach oben, planen Sie die lauten Phasen vor 22 Uhr. Zweitens die Heizung, denn große Altbauzimmer kühlen aus, wenn zehn Leute mit einem Glas in der Hand sitzen, statt sich zu bewegen. Drehen Sie eine Stunde vorher auf und stellen Sie Decken bereit, das kostet nichts und rettet die Stimmung. Wenn Ihr Haus einen Aufzug hat, klären Sie vorher, ob er abends läuft, sonst erwartet ältere Gäste im vierten Stock eine unangenehme Überraschung.
Am Wasser: Hausboot, Bootshaus und Vereinsheim
Hamburg bietet Räume, die es in dieser Form woanders nicht gibt, und alle liegen am Wasser. Am Eilbekkanal und rund um das Hochwasserbassin werden Hausboote tageweise vermietet, häufig mit Wohnbereich für acht bis zehn Personen. Ein Fall, der auf dem Wasser, in einem Hafenkontor oder in einem abgelegenen Haus spielt, wirkt dort ohne jede Dekoration. Rechnen Sie mit früher Buchung und mit der Regel, dass es abends leise zugehen muss, weil die Nachbarboote nah liegen. Die zweite Adresse sind die Ruder-, Kanu- und Segelvereine an der Alster und an den Kanälen: Viele haben einen Clubraum mit Küche und Tischen, den Mitglieder und deren Gäste für eine überschaubare Gebühr nutzen. Der Blick aufs Wasser ersetzt jede Kulisse. Und drittens, von Mai bis September, die Vereinsheime der Kleingartenvereine, von denen Hamburg außergewöhnlich viele hat. Wichtig in allen drei Fällen: Fragen Sie nach Strom, Licht und einer Fläche, auf der die Hinweise liegen bleiben können. Und prüfen Sie, wie viele Personen tatsächlich gleichzeitig an einem Tisch sitzen können, auf dem Wasser sind Sitzplätze meist knapper als im Prospekt versprochen.
Nebenzimmer, Kiez und der Junggesellinnenabschied
Wenn die Wohnung zu klein ist, hilft in Hamburg das Nebenzimmer. In den alten Kneipen in St. Pauli, in Barmbek und auf der Uhlenhorst gibt es Séparées und Hinterzimmer, die bei Verzehr ohne Raummiete überlassen werden, oft ab zehn Personen. Rufen Sie am frühen Nachmittag an und fragen Sie nach einem festen Zeitfenster, damit nicht mitten in der Auflösung eine zweite Gruppe hereingeführt wird. Für Junggesellinnen- und Junggesellenabschiede ist ein Krimidinner in Hamburg besonders praktisch, weil es den Abend strukturiert, bevor die Gruppe auf den Kiez zieht: Die Runde spielt von 18 bis 21 Uhr an einem Tisch, jeder hat eine Rolle, alle kennen sich danach, und der Rest des Abends läuft von allein. Das ist deutlich günstiger als ein gebuchtes Programm und lässt sich auf die Gruppe zuschneiden. Was dabei zu beachten ist, welche Rollen sich für den Ehrengast eignen und wie lang der Fall sein sollte, steht auf der Seite Krimidinner zum JGA. Reservieren Sie für den Anschluss nichts Festes, eine Gruppe von zwölf Leuten entscheidet nach der Auflösung ohnehin spontan, wohin es weitergeht.
Hamburg als Kulisse: Hafen, Speicherstadt und Schmuggel
Für ein Szenario mit Hamburger Klang brauchen Sie nur drei Zutaten: Ware, Papiere und Nebel. Die Speicherstadt war jahrzehntelang der Ort, an dem Tee, Kaffee, Gewürze und Teppiche unverzollt lagerten, hinter Zollgrenzen, mit Kontoren, Quartiersleuten und Warenproben. Ein Fall um eine verschwundene Partie, ein gefälschtes Lagerzertifikat und einen zu freundlichen Makler erklärt sich in dieser Stadt von selbst. Das zweite Motiv ist die Reederei: Frachtbriefe, Versicherungen, ein Schiff, das nicht ankommt, und Erben, die sich um Anteile streiten. Drittens liefert der Kiez alles, was eine Geschichte über die Nacht braucht, von Türstehern über Musiker bis zu Wirten, die zu viel wissen. Und wer es sagenhafter mag, greift zur Legende von Klaus Störtebeker, dem Seeräuber, der um 1400 vor Hamburg gefasst wurde und dessen Geschichte seither ausgeschmückt wird. Nehmen Sie das Motiv, das zu Ihrer Runde passt, und legen Sie eine Seekarte auf den Tisch. Ein Frachtbrief, ein Zollstempel und eine Liste mit Warenposten sind schnell gedruckt und machen aus jedem Wohnzimmer ein Kontor der Speicherstadt.
Kosten, Wege und der Hamburger Zeitplan
Gewerbliche Krimidinner in Hamburger Hotels und Restaurants kosten meist achtzig bis hundertzwanzig Euro pro Person, oft mit festem Menü und festem Ende. Eine Krimidinner-Box kostet 29,90 Euro einmalig für die ganze Runde, dazu ein paar Euro für den Ausdruck im Copyshop. Es wird nichts verschickt: Sofort nach der Zahlung kommt Ihr Zugangscode per E-Mail, Sie laden das PDF herunter und drucken selbst, also können Sie auch drei Tage vorher noch entscheiden. Beim Zeitplan hilft der HVV: In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag fahren U-Bahn und S-Bahn durch, unter der Woche übernehmen die Nachtbusse ab dem Rathausmarkt. Wer aus Harburg, Bergedorf oder Pinneberg kommt, braucht trotzdem eine halbe Stunde länger, planen Sie den Start also auf 19.30 Uhr. Wenn Gäste mit dem Auto kommen, weisen Sie im Voraus auf Elbtunnel und Baustellen hin, das erspart Ihnen zwei verspätete Verdächtige. Nennen Sie in der Einladung außerdem eine Endzeit: Wer weiß, dass um halb zwölf Schluss ist, plant den Abend als Ganzes und verschwindet nicht zwischendurch.
Häufige Fragen
Kann man ein Krimidinner auf einem Hamburger Hausboot spielen?+
Ja, und es passt hervorragend zu Fällen am Wasser oder im Hafenmilieu. Achten Sie auf die Personenzahl im Mietvertrag, auf ausreichend Sitzplätze an einem Tisch und darauf, dass es ab 22 Uhr leise wird, weil die Nachbarboote sehr nah liegen.
Welche Jahreszeit eignet sich in Hamburg am besten?+
November bis Februar. Es wird früh dunkel, das Wetter hält alle drinnen, und die Kalender sind offener als im Sommer. Rund um den Hafengeburtstag im Mai und an warmen Wochenenden sagen Gäste dagegen häufiger ab.
Eignet sich ein Krimidinner für einen JGA in Hamburg?+
Sehr gut. Der Fall gibt dem frühen Abend eine Struktur, alle kommen miteinander ins Gespräch, und danach kann die Gruppe weiterziehen. Planen Sie etwa drei Stunden ein und geben Sie dem Ehrengast eine Rolle im Zentrum, aber nicht die des Opfers.
Wie schnell habe ich den Fall nach der Bestellung?+
Sofort. Innerhalb einer Minute nach der Zahlung erhalten Sie per E-Mail einen persönlichen Zugangscode. Damit öffnen Sie die Fallakte, laden das PDF herunter und drucken Charakterbögen und Hinweise selbst aus. Es gibt keinen Versand und keine Wartezeit, das funktioniert also auch für einen Abend am nächsten Tag.

