Die Grundregel: alles muss vorher fertig sein
Vor jeder Rezeptidee steht eine organisatorische Regel, und sie ist wichtiger als jedes Gericht: Am Abend selbst dürfen Sie höchstens aufwärmen und anrichten, nicht kochen. Sobald der Fall läuft, gehört Ihre Aufmerksamkeit den Runden, den Hinweisen und dem Tempo. Wer während der zweiten Verhörrunde eine Sauce montiert, verpasst genau den Moment, in dem die Gruppe eine Spur braucht. Praktisch heißt das: Vorspeise komplett am Vortag vorbereiten und kalt servieren, Hauptgang als Schmorgericht oder Auflauf, der im Ofen auf Sie wartet, Dessert fertig portioniert im Kühlschrank. Planen Sie die Gänge außerdem als Taktgeber: Jeder Gang markiert den Beginn einer neuen Runde, das gibt dem Abend eine natürliche Struktur. Und stellen Sie Wasser und Getränke so auf den Tisch, dass niemand dafür aufstehen muss, sonst zerfällt die Runde ständig.
Menü für die 1920er und 1930er Jahre
Fälle in der Zwischenkriegszeit spielen in Salons, Spielsälen und Speisewagen, und das Essen darf entsprechend elegant wirken, ohne kompliziert zu sein. Als Vorspeise passt ein Waldorfsalat, den es seit 1896 gibt und der sich komplett vorbereiten lässt, alternativ Lachs auf dunklem Brot mit Meerrettichcreme. Als Hauptgang funktionieren Boeuf Bourguignon oder ein Coq au Vin hervorragend, beide werden am Vortag besser und stehen am Abend nur noch im Ofen. Wer es leichter mag, serviert ein Hühnerfrikassee mit Reis. Zum Dessert passen Birne Helene oder eine Charlotte, beide kalt und vorportionierbar. Decken Sie den Tisch mit weißem Tuch, Stoffservietten und schlichtem Besteck ein, das reicht optisch völlig. Französische Küche passt besonders gut zu Mord im Casino Royal, das im Paris des Jahres 1927 spielt, und ein Menü wie im Speisewagen zu Verbrechen an Bord, dem Luxuszug, der im Dezember 1935 im Alpenschnee feststeckt.
Menü für Herrenhaus, Manor und verschneite Abende
Fälle, die in einem abgelegenen Anwesen spielen, vertragen deftigere Küche, und das ist für Gastgeber eine gute Nachricht. Starten Sie mit einer Suppe, etwa Kürbis, Pastinake oder eine klare Rinderbrühe mit Einlage. Suppen lassen sich in großen Mengen vorkochen und im Topf warmhalten, ohne dass Sie sich kümmern müssen. Als Hauptgang bieten sich Wild- oder Rindergulasch mit Knödeln an, oder als vegetarische Variante ein Kartoffel-Pilz-Gratin. Beides steht im Ofen und wird nicht schlechter, wenn die zweite Runde zehn Minuten länger dauert. Zum Abschluss passen Bratapfel, Apfelkuchen oder eine Creme mit Beeren aus dem Glas. Ein Tipp für die Atmosphäre: Servieren Sie das Brot in einem Korb mit Stoffserviette und stellen Sie Kerzen in unterschiedlichen Höhen auf, damit das Licht auf dem Tisch unruhig wird. Das wirkt sofort nach Landhaus und passt genau zu Das verfluchte Herrenhaus, das im November 1887 spielt.
Fingerfood und Buffet für große Runden
Ab zwölf Gästen ist ein Menü in Gängen kaum noch zu stemmen, und ein Buffet ist die deutlich klügere Lösung. Es hat außerdem einen spieltechnischen Vorteil: Wer sich Nachschlag holt, bewegt sich durch den Raum und kommt mit anderen Verdächtigen ins Gespräch, genau das wollen Sie erreichen. Setzen Sie auf Dinge, die sich mit einer Hand essen lassen, weil die andere Hand die Hinweise hält: Quiches in Stücken, gefüllte Blätterteigtaschen, Spieße, Frikadellen, Gemüse mit Dips, Brotzeitbretter. Stellen Sie das Buffet nicht im selben Raum auf wie den Ermittlungstisch, sondern nebenan, das entzerrt den Andrang. Beschriften Sie die Platten mit Namen, die zum Fall passen, das kostet zehn Minuten und sorgt für Schmunzler. Für Firmenrunden mit wechselnder Anwesenheit ist dieses Format ohnehin gesetzt, mehr dazu auf der Seite zum Krimidinner als Teambuilding.
Getränke, auch ohne Alkohol
Ein Krimidinner lebt von klaren Köpfen, also planen Sie die Getränke bewusst. Ein Signature Drink zu Beginn schafft Atmosphäre und ist schnell gemacht: für die 1920er ein French 75 oder ein Gin Fizz, für Landhausfälle ein Punsch mit Apfel und Zimt. Wichtig ist, dass es für jedes alkoholische Getränk eine ebenso sorgfältig gestaltete alkoholfreie Variante gibt, nicht bloß Wasser. Ein Zitronen-Rosmarin-Spritz mit Tonic, ein Traubensaft mit Soda und Minze oder ein alkoholfreier Punsch sind schnell angesetzt und sehen im Glas genauso gut aus. Stellen Sie große Wasserkaraffen auf den Tisch, denn Reden macht durstig, und Ihre Gäste reden an diesem Abend sehr viel. Vermeiden Sie dagegen Getränke, die ständig frisch gemixt werden müssen, sonst stehen Sie wieder in der Küche statt bei der Ermittlung.
Häufige Fragen
Muss das Essen wirklich zum Thema passen?+
Es hilft, ist aber kein Muss. Schon ein einzelner thematischer Bezug reicht, etwa ein Signature Drink oder ein Gericht mit passendem Namen auf der Karte. Wichtiger ist, dass Sie das Essen vorbereiten können und während der Runden am Tisch bleiben.
Wann serviere ich die Gänge?+
Koppeln Sie jeden Gang an eine Runde: Vorspeise zum Einstieg, Hauptgang zur zweiten Hinweisrunde, Dessert vor der Abstimmung. So strukturiert das Essen den Abend, und niemand isst, während gerade eine wichtige Aussage vorgelesen wird.
Wie gehe ich mit Unverträglichkeiten um?+
Fragen Sie sie bei der Einladung ab, zusammen mit der Rollenzuteilung. Ein vegetarischer Hauptgang neben dem Fleischgericht deckt die meisten Fälle ab. Bei Allergien beschriften Sie die Platten, dann müssen Sie am Abend nicht jedes Mal erklären, was drin ist.

